Zur Arbeiterklasse will sich kaum noch einer zählen, und die Aristokratie ist auch nicht mehr das, was sie einst war. Aber das Klassenbewusstsein ist in Großbritannien alles andere als tot. Wo man herkommt, wer man ist und wo man wohnt – dies ist ungeheuer wichtig.
Eine ASBO wiederum – die Abkürzung für eine „Anti-Social Behaviour Order“ – ist ein juristisches Instrument, das die Labour-Regierung 1998 einführte. ASBOs sollen antisoziales Verhalten sanktionieren: Wer seinen Mitbürgern durch sein Benehmen „Belästigung, Alarm oder Bedrängung“ verursacht, kann durch ein Gericht mit einer Auflage belegt werden. So vage die Definition, so weit die möglichen Anwendungen: Lärmbelästigung, Graffiti-Sprühereien, Betteln, Fluchen oder Trunkenheit in der Öffentlichkeit sind dabei die häufigsten Verstöße. Wer gegen die Auflagen einer ASBO verstößt, kann mit Gefängnis bestraft werden.
Das „ASBOrometer“ nutzt offen zugängliche Datenquellen, wie Statistiken des Innenministeriums und macht sich dann die GPS-Funktion des Handys zunutze, um einen sofortigen Überblick am jeweiligen Standort zu bieten. So kommt es dann zu Infos über die Anzahl der ASBOs, die in einem bestimmten Gebiet erlassen wurden. Dabei zeigt es in Prozent den Grad des unsozialen Verhaltens an, wobei unter zehn als paradiesisch und über 30 Prozent als die Hölle auf Erden gilt. Darüber hinaus weiß die Anwendung auch, wie viel Crack-Häuser in der Nachbarschaft ausgehoben wurden oder wie viel Sozialmietern zwangsgekündigt wurde. Insgesamt entsteht so ein Bild, zu welcher sozialen Klasse die Einwohner bestimmter Gegenden gehören.
