Wollen sie in den Playdowns bestehen – Gegner im ersten Duell „best of seven“ ist wohl Freiburg – muss vor allem die Angst aus den Köpfen. Die lähmte gestern vor allem in den ersten 20 Minuten die Beine.
Was die Pinguins im eigenen Drittel veranstalteten, war haarsträubend. Man konnte die Hände am Schläger förmlich zittern sehen. Es gab eine handvoll leichter Scheibenverluste, aus jedem davon resultierte eine Großchance für die Falken. Einzig Edgars Lusins war es zu verdanken, dass es nur 0:1 stand. Das Gegentor in der 8. Minute war nicht einmal eine echte Torchance, der Puck sprang nach einem Distanzschuss von der Bande genau in den Schläger von Frederik Cabana, der schnell reagierte.
„Wir hatten solche Angst, Fehler zu machen, dass wir besonders viele Fehler gemacht haben“, sagte Trainer Gunnar Leidborg.
Die Pinguins brachten kaum etwas zustande, erst als kurz nach Beginn des zweiten Drittels mit dem 0:2 durch Cabana schon eine Vorentscheidung gefallen war, fiel die große Last ab. Nun wurden die Pinguins gefährlicher, auch weil Heilbronn nur noch das Allernötigste tat. Um die Gäste für ihre fast schon überhebliche Spielweise zu bestrafen, fehlten den Pinguins aber die Mittel, vor allem die Durchschlagskraft. Zweimal scheiterte Jonas Lanier denkbar knapp an Sebastian Vogl. Sören Sturm gab ein paar gute Distanzschüsse ab, von denen einer ans Außennetz und einer an den Pfosten klatschte. Auch Marian Dejdar zog einige Male gut zum Tor, doch ein Treffer fiel nicht. Heilbronn konterte, scheiterte aber ein ums andere Mal am hervorragend haltenden „Eddy“ Lusins.
Umso größer der Schock, als sich der Lette kurz vor Ende des zweiten Drittels verletzte und nach der Pause in der Kabine blieb. Leidborg gab nach der Partie Entwarnung: „Edgars war ein wenig schwindelig, wir wollten nichts riskieren. Schließlich haben wir noch wichtige Spiele vor uns.“ Auch der Trainer hat sich bereits mit dem Gedanken an die Abstiegsrunde vertraut gemacht. „Solange theoretisch noch die Pre-Playoffs möglich sind, werden wir alles dafür tun. Aber realistisch ist das nicht.“
Realistisch gesehen war aber auch das gestrige Spiel nach dem 0:3 in der 47. Minute durch Dustin Johner, bei dem Lusins-Vertreter Jan Guryca machtlos war, bereits entschieden – und doch wurde es nochmal spannend.
In der 53. Minute kassierte Pierre-Luc O’Brien die erste Zeitstrafe für die Pinguins. Kaum war er von der Strafbank zurück, machte der Kanadier das 1:3 (56.) und weckte seine Mannschaft und die 1500 Fans, die zwischenzeitlich resigniert hatten, ihre Mannschaft nun aber noch einmal nach vorne peitschten.
Tatsächlich gelang Peter Baumgartner mit einem abgefälschten Schuss von der blauen Linie in der 57. Minute das 2:3 und nun wurde es nochmal ganz heiß. Unverhofft bekamen die Zuschauer eine spannende Endphase geboten, in der Guryca dem sechsten Feldspieler Platz machte und die Pinguins noch drei Chancen hatten. Jedesmal hatte Baumgartner abgezogen und endlich einmal warfen sich seine Mitspieler vor Falken-Torhüter Vogl ins Getümmel. Doch der Puck wollte nicht mehr ins Tor.
So kassierten die Pinguins ihre neunte Niederlage aus den letzten zehn Spielen. Eine Negativserie, die spätestens am 16. März enden muss. Dann beginnt die Abstiegsrunde.
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