
Aber egal, die Eisbären müssen es so nehmen wie es gekommen ist. Besser spät als nie könnte der Ansatz heißen. Oder eben gerade rechtzeitig, um gestärkt in die Endphase der Hauptrunde und vielleicht in die Playoffs zu gehen. Wenn die Bremerhavener sie denn erreichen.
Daran verschwendet der Coach noch keinen Gedanken. Sagt er zumindest. Er und seine seit vier Spielen ungeschlagene Mannschaft haben zunächst einmal das Heimspiel morgen (19.30 Uhr, Stadthalle) gegen den Tabellendritten ALBA Berlin im Fokus. Und am Sonntag geht es dann zum vorletzten Spiel der Hauptrunde nach Tübingen. Auch das wird alles andere als ein Honigschlecken.
Andererseits: Spradley muss keinen Gedanken an die Playoffs verschwenden. Die Rechnung ist ganz einfach: Gewinnen seine Schützlinge die noch anstehenden drei Spiele, verteidigen sie auf jeden Fall ihren siebten Platz – und damit wäre auch die Playoff-Teilnahme sicher. „Ich bin kein Typ, der viel rechnet. Wir haben es selber in der Hand, das ist gut so. Ich will mich nicht auf andere Mannschaften verlassen und hoffen, dass unsere Mitkonkurrenten hier oder da verlieren“, sagt Spradley ganz offensiv.
Angesichts der guten Leistungen seines Ensembles gegen Göttingen und beim ersten Sieg in der Bundesliga-Geschichte in Oldenburg ist dieser Optimismus verständlich. Aber ALBA Berlin ist noch einmal ein anderes Kaliber. „ALBA ist für mich im Moment neben Bamberg die beste Mannschaft in der BBL“, sagt Nationalspieler Philipp Schwethelm. Das bestätigt auch Spradley. „Nach dem Trainerwechsel von Pavicevic zu Katzurin hat Berlin wieder mehr Spaß am Spiel. Das zeigt sich an den letzten Leistungen“, so Spradley. Acht der letzten zehn Spiele haben die „Albatrosse“ gewonnen.
Der Eisbären-Coach hat zumindest kleine Zweifel. „Um gegen eine Zone gut auszusehen, braucht man gute Schützen, gute Passspieler und gute Center. All das hat ALBA“, weiß er aus dem Videostudium der vergangenen Tage. „Aber wir haben noch mehr im Köcher“, vertraut der Eisbären-„Dompteur“ längst nicht nur auf diese Verteidigungsvariante.
Im Hinspiel setzte es für die Eisbären übrigens eine 59:85-Schlappe. „Hat die Partie überhaupt stattgefunden?“, scherzt Spradley – um dann gleich hinzuzufügen, „dass damals zwei Teams mit anderen Gesichtern auf dem Parkett gestanden haben“.
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