Zurzeit werde gut 20 Kilometer nördlich von Helgoland der Baugrund für den geplanten Windpark vorbereitet, so ein Sprecher von WindMW. Ab September sollen dort 80 Stahlpfähle, sogenannte Monopiles, in den Meeresboden gerammt werden. Sie wurden von der Stahlbaufirma Ambau in den Werken Bremen und Cuxhaven gefertigt. Für die Montage wird die britische Off-shorebaufirma Seajacks ihr neues, in den Vereinigten Arabischen Emiraten gebautes Hubschiff „Zaratan“ einsetzen.
Ab Anfang 2013 sollen dann die Windräder installiert werden. Die Turbinen liefert Siemens. Jede von ihnen leistet 3,6 Megawatt, so dass der gesamte Windpark auf eine Leistung von 288 Megawatt kommt, nach Angaben von WindMW genug für 360 000 Haushalte.
WindMW ist ein Gemeinschaftsunternehmen des Windparkentwicklers Windland und des US-Investmentsfonds Blackstone. In der vergangenen Woche hatte bereits der Windparkbetreiber Global Tech den Baubeginn für sein Projekt „Global Tech I“ verkündet.
Beim Windkraft-Pionier BARD dagegen droht am Standort Cuxhaven bis März 2013 der Verlust von 217 Arbeitsplätzen. Nach dem Bau von 80 Fundamenten für den ersten kommerziellen Nordsee-Windpark „BARD Offshore 1“ seien noch keine Anschlussaufträge für das Tochterunternehmen Cuxhaven Steel Construction (CSC) in Sicht, sagte ein BARD-Sprecher.
„Die operativen Aufgaben der CSC für den Windpark ,BARD Offshore 1‘ werden bis zum 31. Oktober 2012 weitgehend abgeschlossen sein“, sagte er. Danach werde der Beschäftigungsstand „sukzessive sinken“.
Geschäftsführung und Betriebsrat von CSC hätten sich daher auf einen Interessenausgleich und einen Sozialplan geeinigt. BARD sei jedoch weiter auf der Suche nach Investoren und verhandele um Aufträge für CSC.
BARD hatte sich beim Bau seines Windparks rund 90 Kilometer vor Borkum verhoben. Wegen großer technischer Probleme und erheblicher Verzögerungen beim Bau lief das Projekt aus dem Ruder. Die Rotorblattfertigung in Emden soll im September geschlossen werden; der Unternehmensgruppe droht die Zerschlagung. (rn)
