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20 Mark als erstes Gehalt


Bremerhaven. An sein erstes Gehalt erinnert sich Andrei Teljukin noch genau. 25 000 Rubel pro Monat bekam er als 14-Jähriger fürs Eishockeyspielen. Klingt viel, ist es aber nicht. Rund 100 D-Mark waren das nach dem damaligen Wechselkurs, also 50 Euro. Sein Gehalt bei den Fischtown Pinguins verrät der Eishockey-Profi nicht, aber es ist natürlich viel, viel mehr. Denn aus dem Nachwuchsspieler von damals ist ein gestandener Verteidiger mit 20 Jahren Erfahrung geworden. Von Lars Brockbalz


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Andrei Teljukin hat in der DEL und in der KHL gespielt. Mit seiner Erfahrung und seiner Spielstärke will er den Pinguins Halt geben. Der 35-Jährige ist ein typischer Verteidiger der russischen Schule: „Ein Pass ist meistens die beste Lösung“, sagt er. Foto ls

1994 kam Teljukin nach Deutschland. Danach ist er viel rumgekommen im Eishockey. Bis in die DEL und die russische Top-Liga KHL hat er es gebracht.

Der Wunsch, mit seinem Sport richtig Geld zu verdienen, brachte Teljukin 1998 nach Deutschland. Er heuerte beim Oberligisten Limburg an. „Am Anfang war es schwer, ich konnte kein Deutsch und kein Englisch. Aber irgendwie ging es“, erzählt Teljukin. Sportlich fiel ihm die Eingewöhnung weniger schwer, er war in Top-Form: „In Russland haben wir dreimal am Tag trainiert, in Limburg dreimal die Woche. Ich hab gedacht, das gibt’s doch gar nicht.“

Teljukin bildet bei den Pinguins ein Abwehr-Duo mit Vitali Janke. Die beiden ergänzen den Sputnik-Sturm zu einem kompletten „Ost-Block“. „Da fühle ich mich wie zu Hause“, schmunzelt Teljukin. Er kann der Pinguins-Abwehr mit seiner läuferischen Extraklasse und seiner Erfahrung helfen: „Ich sage meinen Mitspielern immer: Scheibe rausschießen ist einfach, Scheibe wiederholen ist schwer“, sagt der 35-Jährige. „Ein Pass ist meistens die beste Lösung, kein Spieler ist schneller als der Puck.“

Die russische Schule ist unverkennbar, damit hat Teljukin in Deutschland Karriere gemacht.

Seine erste Station in der DEL waren 2000 die Revier Löwen Oberhausen, bei denen er unter dem heutigen Pinguins-Trainer Gunnar Leidborg spielte. Es folgten Kassel, Hannover und Duisburg. Bis Ende 2007 spielte er in der DEL. Dann lockte die Heimat. Dort war inzwischen viel Geld zu verdienen. „Die Liga dort wurde immer besser mit NHL-Spielern und den Stars aus Russland, die aus der NHL zurückkamen. Also wollte ich es auch noch mal probieren.“ Er wechselte nach Nischnekamsk und von dort nach Jekaterinburg. Mit beiden Klubs spielte er in der neu geschaffenen KHL. Dann ging er zu Rubin Tjumen, wo Teljukin Zweitligameister wurde.

„Tjumen wollte, dass ich bleibe, aber mir wurde das zu viel. In Russland spielst du fast jeden zweiten Tag.“ Auch der Familie zuliebe nahm er das Angebot der Pinguins an. Ehefrau Olga und die Töchter Alina (17), Emilia (6) und Melanie (8 Monate) sollten mehr von ihm haben. „Meine kleinste Tochter ist acht Monate alt. Ich habe sie aber nur zwei Monate gesehen, weil ich immer unterwegs war“, sagt Teljukin.

Derzeit ist seine Familie zwar noch in Russland, weil die älteste Tochter Alina das Schuljahr noch nicht beendet hat. Aber die Umzugspläne sind schon geschmiedet, er hofft, dass seine Familie bald in Bremerhaven ist.

„Es gibt nie Stress“

Deutschland, das bedeutet für Teljukin Verlässlichkeit. „Es gibt nie Stress. Hier funktioniert alles.“ Bei diesen Worten denkt er auch an die Opfer des Flugzeugabsturzes von Jaroslawl. Für den Verein hat Teljukin als Jugendlicher eineinhalb Jahre lang gespielt. „Sechs Spieler kannte ich, zwei davon sehr gut“, erzählt der 35-Jährige. Eine typisch russische Tragödie meint er. „Wir sind auch mit diesen Privatmaschinen geflogen. Das ist Wahnsinn. Hier fehlt eine Schraube, da wackelt etwas. Die Dinger dürften in Deutschland nicht fliegen.“

Über die langen Busfahrten mit den Pinguins zu den Auswärtsspielen kann Teljukin angesichts dieser Erfahrung nur schmunzeln: „Alles kein Problem.“

Artikel vom 20.09.11 - 12:00 Uhr
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