Von dem Genmaterial erhoffen sich die Ermittler einen Hinweis auf den Mörder. Die Analyse kann zwei Wochen dauern.
Anfang Januar hatte die Polizei den zerstückelten Leichnam einer 24-jährigen Gelegenheitsprostituierten am Ufer der Ihme in Hannover gefunden. Da die bisherigen Ermittlungsversuche keine konkreten Hinweise auf einen Täter lieferten, beantragte die Staatsanwaltschaft den Massen-Gentest. Es ist der erste in Hannover. Die zum Test gebetenen Männer wohnen alle im Umkreis des Fundorts.
„Man will ja helfen“, kommentiert ein junger Mann aus Hannover seine Testteilnahme. Nach kurzer Unterweisung greift ein Beamter zu einem Wattestäbchen, um dem Mann den Mundraum auszustreichen. Nur wenige Sekunden später ist er mit dem Prozedere durch. „Kürzer als ein Gang zur Wahl“, sagt der Leiter des Zentralen Kriminaldienstes Hannover, Thomas Rochell.
Rochell hofft, mit der DNA-Analyse bei der Aufklärung des Falls „ein gutes Stück weiterzukommen“ und zumindest viele Bewohner des Stadtteils als Tatverdächtige ausschließen zu können. Ähnliche Tests führten bereits zu Fahndungserfolgen. So kam die Polizei 1996 in Wunstorf durch eine Speichelprobe einem Vergewaltiger auf die Spur.
Andere sorgen sich vor einem Datenmissbrauch. Zwar muss das Untersuchungsmaterial nach der DNA-Analyse im Landeskriminalamt Niedersachsen unverzüglich vernichtet werden, falls keine Übereinstimmung mit den genetischen Spuren an der Leiche auftritt. Dennoch beschlich einen Mann „ein mulmiges Gefühl wegen der Datensicherheit“. Am Ende aber überwog bei ihm der Wille zu helfen. „Schließlich könnte der Mörder auch aus meiner Nachbarschaft kommen.“ (dpa)
