Lächeln? Von wegen! „Jetzt üben wir mal, wie man richtig komisch schaut“, forderte Clown Edouard Neumann die NZ-Leser auf.
Lächeln? Von wegen! „Jetzt üben wir mal, wie man richtig komisch schaut“, forderte Clown Edouard Neumann die NZ-Leser auf. | Foto: Foto: Brocks

Mit Bauchkribbeln im Luftring

Bremen.„Hui, das ist aber ganz schön hoch“, ruft Fenja, als sie von Akrobatin Vivien Paul in schwindelerregende Höhen unter der Zirkus-Kuppel gezogen wird. Für kurze Zeit ist die Zehnjährige der Star in Manege des Circus Roncalli. Bei einer „NZ+Ich“-Aktion konnten 15 kleine und große Leser der NORDSEE-ZEITUNG erahnen, wie es sich anfühlt, wenn man im Scheinwerferlicht steht und die Augen Hunderter Zuschauer auf einen gerichtet sind.

Während im Vorzelt drei Stunden vor der Vorstellung noch absolute Ruhe herrscht, geht es in der Manege bereits rund: In atemberaubender Geschwindigkeit dreht sich Vivien Paul an ihrem Luftring um die eigene Achse: „Na, wer möchte das denn mal ausprobieren?“, fragt die 28-Jährige und lacht.

Die ersten Mutigen sind schnell gefunden: Für Mia (10) geht es im Luftring sitzend bis unter die Manegenkuppel, Fenja wird von Vivien Paul, die kopfüber am Ring hängt, an den Händen in die Höhe gezogen. „Das war total aufregend. Und es hat im Bauch ganz schön gekribbelt“, verrät Fenja, nachdem sie wieder sicheren Boden unter den Füßen hat.

„Anfangs wird einem bei den schnellen Tricks durchaus mal schwindelig, aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran“, erklärt Vivien Paul, die nahezu jeden Tag trainiert. „Gerade bereite ich wieder eine neue Nummer vor. Das ist immer besonders aufregend“, sagt die Artistin – schließlich merke man erst bei der ersten Show vor Publikum, wie die Darbietung ankommt.

„Beatboxing kann jeder lernen“

Immer wieder gut kommt bei den Besuchern des Circus Roncalli die Musik-Comedy von Beatboxer Robert Wicke an: „Ich habe das Beatboxen bereits während der Schulzeit gelernt“, verrät der gebürtige Hannoveraner, der mit Mund, Nase und Rachen allerlei Instrumente imitiert.

Beatboxing sei nicht besonders schwer: „Das kann eigentlich jeder lernen“, sagt Wicke – und verrät den NZ-Lesern einige Tricks: „Wer ganz schnell nacheinander immer wieder das Wort Pizzakatze wiederholt und die Vokale weglässt, hat schon den ersten Rhythmus.“ So wirklich gelingen will das Kjell noch nicht: „Aber ich finde es cool, was man mit der Stimme so machen kann“, sagt der Zehnjährige, der auch schon einmal bei einem Schulzirkusprojekt in der Manege stand. „Wenn man die Künstler in der Manege bewundert, bekommt man gar nicht mit, wie aufwendig es ist“, staunt Großmutter Monika Meyer.

Clown „Eddy“ ist ein Multitalent

Aufwendig ist es auch für Edouard Neumann, sich in Clown Eddy zu verwandeln: „Ich brauche 40 Minuten, um mich zu schminken. Dann noch einmal zehn Minuten für die Haare“, verrät der gebürtige Russe. Mit fünf Jahren stand er das erste Mal als Clown auf der Bühne, besuchte später die Zirkusschule in Kiew. „Das Training war unglaublich hart. Denn als Clown muss man nicht nur lustig sein. Man muss auch ein guter Artist sein.“ Und so standen Handstand und Flic Flac genau so auf dem Trainingsplan wie das Trapez- oder Jong-lagetraining. Wie man mit fliegenden Bällen umgeht, zeigte der Clown dann auch den NZ-Lesern: „Ich habe seine Tipps sofort umgesetzt – und es hat geklappt“, freut sich NZ-Abonnent Kim Florian (37) über erste Erfolge.

Beim Blick hinter den roten Vorhang verrät Edouard Neumann den NZ-Lesern spannende Details über den Zirkusbetrieb: „Wenn ein Kostüm zerreißt oder ein Knopf abspringt, wird es hier repariert“, erklärt er und lässt die Besucher einen Blick in die Zirkusschneiderei werfen. Im Stallzelt stehlen ihm dann die kleinen Ponys und Shire Horse „Sunny“, die in dem Programm in einer Freiheitsdressur auftreten, die Show. „Die sind aber süüüüüß“, jauchzen Livia und Zwillingsschwester Ida (6). Patientante Birgit Renken freut sich über einen „vollauf gelungenen Tag.“