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Wettskandal ein Komplott gegen FCB?

Bremerhaven (lb). War der Wettskandal um den FC Bremerhaven ein Komplott? Das zumindest behauptet Vereinspräsident Bernd Günther, und er präsentiert auch gleich die vermeintlichen Drahtzieher. „Das haben die Opalka-Brüder eingefädelt“, sagt er.

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Der Trainer des FCB, Norbert Riedel (links), und Präsident Bernd Günther waren gestern beim Steuerberater, um die dringend benötigte Steuererklärung für 2006 zu erarbeiten. Gleichzeitig beschäftigten sie sich mit dem Wettskandal und kamen zu dem Schluss: Es war ein Komplott. Foto: eer

Am vergangenen Wochenende war das Spiel in der Bremen-Liga zwischen Werder Bremen III und dem FC Bremerhaven kurzfristig abgesagt worden. Es war ungewöhnlich viel Geld auf eine Niederlage des FCB gesetzt worden. Sofort kam der Verdacht auf, dass FCB-Spieler diese Wetten platziert haben könnten, um das Spiel anschließend absichtlich zu verlieren und so große Kasse zu machen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

FCB-Präsident Günther präsentiert nun eine andere Version. Sie handelt von einem Komplott und von Rache. Drahtzieher ist für ihn Roman Opalka, der bis vor kurzem Trainer der zweiten Mannschaft war, dann aber im Streit vom FCB schied.

Opalkas Halbbruder Phillipp Kalle betreibt in Bremerhaven ein Wettbüro, sein Bruder Sascha ist Unternehmensberater in dieser Branche. Gemeinsam sollen die drei ein Komplott eingefädelt haben.

Günther vermutet, dass sie absichtlich hohe Summen gegen den FCB gesetzt haben in dem Wissen, dass dann der sogenannte Wettradar Alarm schlägt. So habe man den Ruf des FCB schädigen und gleichzeitig Kasse machen wollen.

Roman Opalka reagierte auf diesen Vorwurf geschockt: „Das ist die Höhe. Das ist eine Verleumdung. Warum hätte ich überhaupt Rache nehmen sollen, ich habe wegen der unhaltbaren Zustände beim FCB schließlich selbst gekündigt.“ Auch sein Bruder Sascha sagt: „Das ist völlig absurd.“

Im Wettbüro ihres Bruders sei das Spiel gleich nach Öffnung am Sonnabend gesperrt worden, sagt Sascha Opalka. Das Alarmsystem der Firma digibet habe die ungewöhnlich hohen Einsätze bemerkt. Schon deshalb sei ein solches Vorgehen gar nicht möglich gewesen. Sie behalten es sich vor, Günther wegen Verleumdung anzuzeigen.

Eidesstattliche Erklärungen

„Ich denke, Herr Günther will mit den Anschuldigungen von anderen Problemen ablenken“, sagt Roman Opalka mit Blick auf die Steuersorgen des Vereins.

Der FCB-Präsident wählt in Sachen Wettskandal inzwischen den Rechtsweg. Gestern ließ er alle Spieler eidesstattliche Erklärungen unterschreiben. Darin versichern sie, dass sie „weder selbst noch durch Dritte auf das Spiel Werder Bremen III gegen FC Bremerhaven gewettet haben“. Diese Erklärungen will er auch an die Staatsanwaltschaft weitergeben.

„Die ganze Stadt weiß, dass Spieler des FCB gewettet haben“, hält Roman Opalka dagegen. Dafür gebe es Beweise. Für die dürfte sich auch die Staatsanwaltschaft interessieren, die schon bald Licht ins Dunkel dieses Wettskandals bringen könnte.

Bernd Günther war gestern übrigens mit FCB-Trainer Norbert Riedel beim Steuerberater. Gemeinsam suchen sie die verschwundenen Unterlagen für die Steuererklärung 2006 zusammen. Wird die nicht bald abgegeben, droht der Verein seine Gemeinnützigkeit zu verlieren. In dieser Sache ist Günther allerdings zuversichtlich: „Anfang April liegt die Steuererklärung vor“, sagt er.

Artikel vom 19.03.09 - 10:18 Uhr
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