
Dort, wo am Sonnabend die Radfahrer beim Sechstagerennen ihre Runden drehten, ein paar hundert Meter weiter in der ÖVB-Arena, hatten vor zwei Monaten die Lateinformationen ihren deutschen Meister ausgetanzt. Die Bremerhavener Tänzer, die zuvor im Training einen hervorragenden Eindruck hinterlassen hatten, kapitulierten ein wenig vor der beeindruckenden Kulisse und erreichten nur den geteilten sechsten/siebten Platz von acht Formationen. Das sollte beim Bundesligastart anders werden.
„Sie haben gut getanzt“, lobte denn auch Buchmann seine acht Paare. „Im kleinen Finale noch besser als in der Vorrunde.“ Und auch der vielbeschäftigte Bundestrainer Horst Beer, der auf der Durchreise einen Zwischenstopp in Bremen eingelegt hatte, bestätigte Buchmanns Fazit: „Sie waren viel besser als bei der deutschen Meisterschaft. Ein paar kleine Fehler habe ich noch gesehen, aber sie sind viel mutiger aufgetreten. Der sechste Platz wird dem Team Sicherheit geben. Und in zwei Wochen, in Bremerhaven, greifen wir an“, ergänzte der TSG-Cheftrainer lachend.
In der Vorrunde hatte die TSG den achten und damit letzten Startplatz zugelost bekommen. Eigentlich ein beliebter Startplatz, doch an diesem Abend war es ein undankbarer. Denn beinahe alle Teams hatten sich seit der deutschen Meisterschaft verbessert und lieferten mitreißenden Sport ab. Nur der Titelverteidiger, das A-Team des Grün-Gold-Clubs Bremen, trat ein bisschen verunsichert auf. Es war das erste Turnier für den Titelverteidiger nach dem enttäuschenden vierten Platz bei der WM in Litauen. Hier war der zweite deutsche Vertreter, die Formationsgemeinschaft Aachen/Düsseldorf, noch vor den Bremern auf dem dritten Platz gelandet. Gerade die Rheinländer zeigten vor den rund 1500 Zuschauern mit ihrem Programm „Like a rose“ einen sauberen, sehr ansprechenden Auftritt.
So war die Luft schon ein bisschen raus, als die TSG ihre Choreografie „Soulution“ präsentierte – sicherer, schwungvoller und selbstbewusster. Der Bremerhavener Anhang war erleichtert und hoffnungsfroh. Doch nur wenige Minuten, nachdem das A-Team die Fläche verlassen hatte, gab die Turnierleitung bekannt: Drei Teams hatten es nur ins kleine Finale geschafft, darunter die TSG und die beiden Aufsteiger Dorsten und Brühl. Die Wertungsrichter waren sich nicht ganz einig, doch vier Mal die Sechs reichte für den sicheren sechsten Platz für Bremerhaven.
Das A-Team reagierte erleichtert und jubelte über diesen „kleinen“ Sieg. Ein Trupp des vielversprechenden Nachwuchses der Tanzsportgemeinschaft, der zum Anfeuern angereist war, verließ schnell die Ränge, um der Formation zu gratulieren.
Das zweite der fünf Bundesliga-Turniere findet am 28. Januar in der Stadthalle statt. Es gibt noch Karten ( 0471/597455).
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