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Rathjen plant auch für den Abstieg

Bremerhaven (rie). Sportlich stehen die Eisbären Bremerhaven mit einem Bein in der Pro A, der ehemaligen 2. Bundesliga. Team und Verantwortliche haben sich zwar noch lange nicht aufgegeben, aber realistisch ist der sportliche Klassenerhalt nicht mehr – trotz des Erfolgs am Sonntag gegen die Gießen 46ers. Manager Jan Rathjen plant jedenfalls den eventuellen Abstieg nach vier Jahren Bundesliga-Zugehörigkeit schon einmal mit ein.

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Sollte es die Eisbären „erwischen“, hat Manager Jan Rathjen schon mal vorgesorgt und die Lizenzunterlagen für die kommende Saison sowohl zur Pro A als auch zur Basketball-Bundesliga geschickt. Foto: eer

Sollte es die Bremerhavener sportlich „erwischen“, könnte es durch die Hintertür vielleicht doch noch die Möglichkeit geben, erstklassig zu bleiben. Dann, wenn einige der 16 sportliche qualifizierten Erstligisten oder aber einer der zwei sportlich berechtigten Aufsteiger die Lizenzauflagen der Basketball-Bundesliga (BBL) nicht erfüllen. Und da kämen gerade jene Klubs in Betracht, die bereits in der laufenden Saison finanzielle Probleme hatten.

Fünf Vereine in der Klemme  

Die Gießen 46ers, die Paderborn Baskets, die Giants Düsseldorf oder – seit neuestem – auch Aufsteiger Giants Nördlingen steckten oder stecken finanziell in der Klemme. Gut möglich, dass einer dieser Klubs in der kommenden Saison keine Lizenz mehr für den BBL-Spielbetrieb bekommen wird – wenn die Zahlen nicht stimmig sind.

Anfang der Woche hat Rathjen („zu den finanziellen Problemen anderer Vereine äußere ich mich generell nicht“) die Lizenzierungsunterlagen für die kommende Saison sowohl zur Pro A nach Hagen als auch zur Basketball-Bundesliga (BBL) nach Köln geschickt. Das ist aus wirtschaftlicher Sicht eine von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer abgenommene testierte Planung. „Aus ihr gehen die Zahlen der bisherigen Saison, aber auch die erwarteten bis zum Ende des Geschäftsjahres 2008/09 am 30. Juni diesen Jahres hervor“, so Rathjen. Das laufende Geschäftsjahr werden die Eisbären, so Rathjen, voraussichtlich ausgeglichen abschließen.

Die Vorgaben, die die BBL über den Gutachter- und den Lizenzausschuss prüfen lässt, werden auf jeden Fall strenger. Kein Entgegenkommen soll es mehr bei den Hallen-Standards geben. Wer die Forderungen – zum Beispiel ein Mindestfassungsvermögen von 3000 Zuschauern – nicht erfüllt oder noch keine BBL-taugliche Arena vorweisen kann, wird keine Chance haben, im Oberhaus zu spielen. Bisher hatte es immer wieder Ausnahmen gegeben.

Neu wird auch sein, dass die Klubs ihre Einnahmen und Ausgaben detailliert auflisten müssen. „Künftig müssen sämtliche Sponsoren-Verträge runter bis zum 1000-Euro-Sponsor aufgeführt werden. Auch, ob Verträge bereits unterschrieben sind oder noch nicht, wird abgefragt“, sagt Rathjen. Zudem wird jeder Klub ein Eigenkapital von mindestens 100 000 Euro (10 Prozent vom BBL-Mindest-Etat) vorweisen müssen. Das ist Geld, das nicht für den Wirtschaftsbetrieb ausgegeben werden kann. Viele Klubs haben bisher lediglich 25 000 Euro Eigenkapital. Die Eisbären stehen auch dabei in guten Schuhen da, denn ihr Eigenkapital wurde bereits im Sommer von 25 000 auf 125 000 Euro aufgestockt.

Genauer hinschauen  

Zum 30. September 2009 muss der eingereichte Finanzplan nachgewiesen werden, zum 30. Oktober müssen alle Spielerverträge eingereicht sein. Bisher war dies bis zum 31. Dezember des Jahres möglich. Und spätestens am 30. Januar nächsten Jahres müssen die Klub-Verantwortlichen eine Art Lagebericht mit Begründung abgeben, wenn es Abweichungen zu den Zahlen des 30. Septembers gegeben hat.

Kurzum: Die BBL wird ihren Klubs schärfer auf die Finger schauen, damit es nicht ständig zu finanziellen Ungereimtheiten bei den Vereinen kommt.

Artikel vom 13.03.09 - 10:00 Uhr
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