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Ohne Zaster kommt nichts ins Rollen


Bremerhaven. Nie mehr zweite Liga – so schön könnte es für die Inline-Hockeyspieler der Bremerhaven Whales sein. Als Vizemeister der Zweiten Bundesliga hätten sie jetzt die Chance über die Relegation in die erste Liga aufzusteigen. Doch sie haben das Spiel abgesagt. Des Geldes wegen, sagt Whales-Trainer Arwed Krieg und gibt gleichzeitig seinen Rücktritt bekannt. Von Tobias Schwerdtfeger


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Vizemeister in der 2. Bundesliga beim Inline-Skaterhockey: Die Bremerhaven Whales . Die Spieler sind (hinten) von links: Dennis Lütjen, Julian Krieg, Bennet Lütjen, Rouven Krieg, Julian Schowalter, Jens True, Frank Brauns, (Mitte) Rouven Wisotzka, Christoph Thewald, Rene Grabowski, Oliver Freymark, Michael Fendt, Trainer Arwed Krieg, (vorne) Sascha Freymark, Jan-Dirk Michel, Eike Buchheister, Martin Michna, Torben Hesse. Foto nz

Krieg ist einer, der nicht so leicht aufsteckt. Erfahrung als „Schleifer“ habe er beim Bund gesammelt. Er weiß, wie man 20 harte Jungs packen und auf Linie bringen kann. Jetzt hat Arwed Krieg aufgegeben, zum ersten Mal. Den Posten als Trainer bei den Inline-Skaterhockey-Spielern der Whales und den Kampf um die Anerkennung seiner Sportart: Rollhockey.

Seit Krieg Trainer ist, schreibt er Anträge für Fördergelder. Bekommen habe er bisher nichts, außer Ablehnung und Geringschätzung. Krieg kann das nicht verstehen. „Wir spielen in der Zweiten Bundesliga. Bei uns spielen ehemalige Eishockey-Profis. Warum gibts es für andere Sportarten Geld, nur für uns nicht?“ Tennisspieler und Tänzer bekämen schließlich auch Fördergelder. Und deren beste Zeiten seien nun wahrlich schon längst vorbei. „Man fühlt sich wie das fünfte Rad am Wagen“, beschreibt Krieg das Gefühl, das ihm drei Jahre Klinken putzen bei den wichtigen Leuten in der Stadt beschert hat.

Geld hätte Kriegs Team dringend nötig gehabt. Der Etat der Skater ging bisher immer schon für die Fahrten zu den Auswärtsspielen drauf. Zusätzlich müssten pro Spiel zwischen 300 und 500 Euro für die Abstellung der Schiedsrichter bezahlt werden. Wäre der Aufstieg in die erste Bundesliga gelungen, wären bald Fahrten durch die ganze Republik fällig. „Das können wir uns nicht leisten“, sagt Krieg. Nicht mal einen Schläger könnten die Bremerhavener derzeit auf Vereinskosten ersetzen.

Hätten die Whales keine Sponsoren, wie die swb, wären die Rollen schon längst ins Stocken geraten. „Erste Liga? Das ist eine Milchmädchenrechnung“, ärgert sich der Ex-Coach.

Skater haben keine Lobby

„Skaterhockey hat einfach keine Lobby“, sagt er. Zu den Heimspielen kämen immerhin 150 Zuschauer im Durchschnitt. Eintritt für das Spektakel auf Rollen verlangen die Whales nicht. Bis zu fünf Euro kostet ein Besuch der Heimspiele bei der Konkurrenz in Wilhelmshaven, weiß Krieg. „Wir gehen bei den Spielen mit der Büchse rum und sammeln Spenden“, erklärt er das Bremerhavener Modell.

Die Heimspiele tragen die Whales auf der Rollsportanlage Bürgerpark aus.

Balsam für das geschundene Selbstwertgefühl der Hockey-Spieler ist vor allem der Zuspruch der Fans. „Selbst beim Eishockey werde ich abends angesprochen, dass wir wieder so gut gespielt hätten“, erzählt Krieg, dessen Söhne Julian und Rouven beide in der Mannschaft spielen.

Der mögliche Aufstieg in die erste Spielklasse hätte aber noch ganz andere Probleme mit sich gebracht. „Wir sind alle keine Profis“, sagt Krieg. Da die Spiele meistens sonntags um 16 Uhr stattfinden, gäbe es kaum Spieler, die das mitmachen würden. „Die müssen ja am Montag früh alle wieder auf der Arbeit sein“, sagt der ehemalige Coach.

In Zukunft werden die Whales ohne Trainer auskommen. Ein geeigneter Nachfolger sei nicht in Sicht, so Krieg.

Artikel vom 25.10.11 - 07:00 Uhr
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