
Krieg ist einer, der nicht so leicht aufsteckt. Erfahrung als „Schleifer“ habe er beim Bund gesammelt. Er weiß, wie man 20 harte Jungs packen und auf Linie bringen kann. Jetzt hat Arwed Krieg aufgegeben, zum ersten Mal. Den Posten als Trainer bei den Inline-Skaterhockey-Spielern der Whales und den Kampf um die Anerkennung seiner Sportart: Rollhockey.
Seit Krieg Trainer ist, schreibt er Anträge für Fördergelder. Bekommen habe er bisher nichts, außer Ablehnung und Geringschätzung. Krieg kann das nicht verstehen. „Wir spielen in der Zweiten Bundesliga. Bei uns spielen ehemalige Eishockey-Profis. Warum gibts es für andere Sportarten Geld, nur für uns nicht?“ Tennisspieler und Tänzer bekämen schließlich auch Fördergelder. Und deren beste Zeiten seien nun wahrlich schon längst vorbei. „Man fühlt sich wie das fünfte Rad am Wagen“, beschreibt Krieg das Gefühl, das ihm drei Jahre Klinken putzen bei den wichtigen Leuten in der Stadt beschert hat.
Geld hätte Kriegs Team dringend nötig gehabt. Der Etat der Skater ging bisher immer schon für die Fahrten zu den Auswärtsspielen drauf. Zusätzlich müssten pro Spiel zwischen 300 und 500 Euro für die Abstellung der Schiedsrichter bezahlt werden. Wäre der Aufstieg in die erste Bundesliga gelungen, wären bald Fahrten durch die ganze Republik fällig. „Das können wir uns nicht leisten“, sagt Krieg. Nicht mal einen Schläger könnten die Bremerhavener derzeit auf Vereinskosten ersetzen.
Hätten die Whales keine Sponsoren, wie die swb, wären die Rollen schon längst ins Stocken geraten. „Erste Liga? Das ist eine Milchmädchenrechnung“, ärgert sich der Ex-Coach.
Die Heimspiele tragen die Whales auf der Rollsportanlage Bürgerpark aus.
Balsam für das geschundene Selbstwertgefühl der Hockey-Spieler ist vor allem der Zuspruch der Fans. „Selbst beim Eishockey werde ich abends angesprochen, dass wir wieder so gut gespielt hätten“, erzählt Krieg, dessen Söhne Julian und Rouven beide in der Mannschaft spielen.
Der mögliche Aufstieg in die erste Spielklasse hätte aber noch ganz andere Probleme mit sich gebracht. „Wir sind alle keine Profis“, sagt Krieg. Da die Spiele meistens sonntags um 16 Uhr stattfinden, gäbe es kaum Spieler, die das mitmachen würden. „Die müssen ja am Montag früh alle wieder auf der Arbeit sein“, sagt der ehemalige Coach.
In Zukunft werden die Whales ohne Trainer auskommen. Ein geeigneter Nachfolger sei nicht in Sicht, so Krieg.
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