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Nach dem Match wie Karajan


Bremerhaven. Viele Zuschauer hätten auf den Italiener Massimo Ocera im Spiel gegen Tobias Klein vom TC Wolfsberg Pforzheim keine Olive mehr gesetzt. Er lag im Champions Tiebreak schon 2:6 zurück, wehrte Matchbälle ab, kämpfte sich in die Partie und gewann noch 12:10. Die Zuschauer waren bei jedem Ballwechsel gebannt und jubelten Massimo Ocera nach seinem Sieg so lautstark wie erleichtert zu. Von Erich W. Willmann


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Geschafft: Massimo Ocera vom Bremerhavener TV holte für die Seelöwen beim 6:3 gegen Pforzheim einen eminent wichtigen Punkt. Die Erleichterung war dem Italiener nach dem entscheidenden Punkt förmlich anzusehen. Foto ls

Massimo Ocera genoss das Bad in den Sympathien. Dann hob er, als ob Herbert von Karajan sein Orchester auf zum Applaus bittet, die Handfläche leicht nach oben. Oceras Geste sagte: Im Moment bin ich der Maestro.

Massimo Ocera wird auch am Freitag im Bürgerpark, wenn die Seelöwen des Bremerhavener TV ihr letztes Heimspiel in der Zweiten Tennis-Bundesliga gegen den TV Reutlingen bestreiten, sein Publikum höchst spannend und emotional unterhalten und möglichst wieder einen Punkt zum erhofften Sieg beisteuern.

Die Bilanz des Italieners in dieser Spielzeit ist ausgeglichen: 3:4 Punkte in den Einzeln, 4:3 Punkte in den Doppeln ergibt ein ausgeglichenes Ergebnis. Dass Massimo Ocera sich im Bürgerpark mit einer positiven Bilanz verabschieden will, ist klar. Ein Abgang wie Karajan nach dem Konzert – Massimo Ocera hat es in der Hand.

Für die Tennis-Fans sind beim letzten Heimspiel nicht nur Emotionen, sondern auch Spannung garantiert. „Theoretisch können wir noch absteigen“, sagte Manager Bernd Badenhorst. Das ist unwahrscheinlich, doch der BTV will in der Partie gegen Reutlingen mit einem Erfolg auch die letzten Zweifel am Klassenerhalt beseitigen. Dann kann kommen, was will, die Seelöwen hätten den Klassenerhalt geschafft.

Indessen ist für Bernd Badenhorst wie in den vergangenen Wochen der Blick auf die Wettervorhersage schon zur Gewohnheit geworden. „Das ist einfach deprimierend“, sagt er.

Tennis im Nieselregen, der Blick auf die Plätze, die von Stunde zu Stunde schmieriger und seifiger wurden, all das hat Bernd Badenhorst in den vergangenen Wochen bis zur Neige auskosten können. Am Freitag zum Spiel soll die Wetterlage zwar besser werden, doch mittlerweile glaubt jeder Beteiligte erst daran, wenn es so ist.

Die schlechte Witterung hat sich auch beim BTV niedergeschlagen. Rund 600 Zuschauer kamen im Durchschnitt zu den Spielen. Viel zu wenig, aber auch akzeptabel, wenn man an die Partie gegen Osterrath denkt, in der sich die Zuschauer bei dauernden Schauern in den Herbst versetzt fühlten. „Mit dem Besuch können wir noch relativ zufrieden sein“, sagt Bernd Badenhorst, der im gleichen Atemzug von einem „Super-Publikum in Bremerhaven“ spricht. „Die Profis spielen auch lieber vor viel Publikum anstatt vor ein paar people“, sagt er.

Am Freitag wird wohl die Mannschaft antreten, die sich in den vergangenen Wochen präsentiert hat: Juan Martin Aranguren, Renzo Olivo, Marc Sieber, Lars Pörschke, Alberto Giraudo und Massimo Ocera. Dem siebten Mann, Marcos Jiminez Letrado, der in Burghausen zum Einsatz kam, zollt Badenhorst hohen Respekt: „Es ist nicht einfach, sich wochenlang nur mit Training fit zu halten. Dennoch hat er sich optimal in den Dienst der Mannschaft gestellt.“

Die will am Freitag mit den Fans den Klassenerhalt feiern. Aber nicht zu lange. Am Sonnabend um 8.30 Uhr geht es mit dem Zug schon zum letzten Saisonspiel in Radolfzell.

Artikel vom 11.08.11 - 07:00 Uhr
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