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Mädchen spielen lieber gegen Jungs


Bremerhaven. Frauenfußball ist zu langsam, davon sind Jessika Bloch und Alicia Kersten überzeugt. Und genau deswegen trainieren sie lieber gemeinsam mit Jungs ihre Fußballkünste. Was die Nachwuchstalente alles können, das haben sie gestern beim 22. Sparkassen-Nordsee-Cup gezeigt. Von Nina Dede


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Klein, aber wendig: Justin Hormes vom TuSpo Surheide setzt sich beim 22. Sparkassen-Nordsee-Cup in der Stadionhalle auch gegen deutlich größere Gegner wie die vom ESV durch. Der Zwölfjährige spielt bei den C-Junioren, wo die körperliche Entwicklung häufig sehr unterschiedlich ist. Fotos ls

Mutig geht Jessika Bloch bei der Partie gegen den OSC in der Vorrunde der C 1-Junioren dem Ball hinterher – auch wenn ihre Gegner einige Zentimeter größer, einige Kilogramm schwerer und männlich sind. Doch genau diesen Einsatz mag die zierliche 13-Jährige: „Im Spiel mit Jungs lernt man den Körpereinsatz besser. Jungs sind einfach härter auf dem Platz.“ Und auch die Technik und Schnelligkeit könne sie in einer gemischten Mannschaft besser trainieren.

„Außerdem ist der Ehrgeiz größer. In einer Mädchenmannschaft ist Fußballspielen nicht so anstrengend“, meint die Bremerhavenerin, die für kurze Zeit in einem Mädchenteam gespielt hat. „Ich habe aber schnell wieder gewechselt.“ Nur so könne sie ihr großes Ziel, irgendwann in der Nationalelf zu spielen, erreichen. Dafür trainiert Jessika Bloch ebenso wie Alicia Kersten vier Mal pro Woche beim TuSpo Surheide und beim DFB-Stützpunkt. Ihr großes Vorbild: Birgit Prinz.

Ein Idol hat Justin Hormes hingegen nicht. Aber auch der Spieler vom TuSpo Surheide möchte später als Profi Karriere machen. Und der Zwölfjährige kämpft ebenso wie Jessika mit der vermeintlichen körperlichen Unterlegenheit. Doch sein Vorteil: seine Wendigkeit. „Ich bin besonders schnell, damit kann ich meine Gegner ausspielen“, erzählt Justin Hormes, der zu den C-Junioren gehört.

In kaum einer anderen Klasse ist die körperliche Entwicklung der Spieler so unterschiedlich. Während einige Jugendliche körperlich bereits sehr robust sind, wirken andere noch eher zart und zierlich. „Vor den Großen darf man aber keine Angst haben“, erzählt Justin Hormes selbstbewusst und macht sich für die nächste Partie beim Nordsee-Cup bereit. Die roten Sportschuhe werden noch mal fest geschnürt und die Kniestrümpfe hochgezogen. Dann geht es los.

Neun Minuten lang steht Justin Hormes mit vier Teamkollegen auf dem Spielfeld. Sechs Mannschaften kämpfen in dieser Vorrunde ums Weiterkommen. Insgesamt 195 Mannschaften von den G-Junioren bis zur U 21 treten bis kommenden Montag beim 22. Nordsee-Cup an.

Jessika Bloch und ihre Mannschaft des DFB-Stützpunkts sind bereits in der Endrunde. Trainer Stephen Zander kann mit Platz drei zufrieden sein. Zufrieden ist er allemal mit der 13-Jährigen. Sie gehört ebenso wie Teamkollegin Alicia Kersten zu den besten Fußballtalenten des Landesverbands Bremen, berichtet Stephen Zander. Der 24-Jährige kann gut nachvollziehen, dass seine Mädels die gemischte Mannschaft bevorzugen: „Das Spiel ist schneller. Die Mädchen können mit den Jungs aber gut mithalten.“ Bei der Motivation gebe es hingegen keine Unterschiede, zumal sich Mädchen gerne mit Jungen messen wollten. Schwierigkeiten in einer gemischten Gruppe? Die gibt es nicht, berichtet Trainer Zander: „Die Akzeptanz ist kein Problem.“

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Jessika Bloch (DFB-Stützpunkt) geht mutig in den Zweikampf mit Fabian Wagner vom OSC. Die 13-Jährige spielt lieber mit Jungen als mit Mädchen. So trainiere sie besser ihre Technik und Schnelligkeit.
Artikel vom 04.01.12 - 12:00 Uhr
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