
Neuer Platz, neues Glück? An der Ausgangslage hat sich für die Eisbären nichts geändert. Sie müssen die Skyliners heute bezwingen, um im Kampf um einen Playoff-Platz nicht weiter an Boden zu verlieren. Aber das wird, so meint auch der Bremerhavener Coach, ein ganz hartes Stück Arbeit. Im wahrsten Sinne des Wortes. Heute geht es nicht ums schöne Spielen, heute geht es nur mit Kampf auf Biegen und Brechen. „Das haben wir der Mannschaft in dieser Woche immer wieder eingetrichtert“, sagt der Coach.
Die Hessen, die die Eisbären in der vergangenen Saison in fünf dramatischen Spielen im Halbfinale ausschalteten, gehören neben Spitzenreiter Bamberg zu den konstantesten Teams der Liga. „Und deshalb stehen sie verdient auf Platz zwei“, meint Spradley.
Trainer Gordon Herbert (Spradley: „Vor seiner Arbeit habe ich großen Respekt“) hat einiges an Personal getauscht und muss – wie sein Bremerhavener Kollege auch – immer wieder Verletzte ersetzen. Trotzdem spielt der Vizemeister unglaublich konstant. „Ihr großes Plus sind die Verteidigung und zwei überragende Aufbauspieler“, sagt der Eisbären-Trainer. Der Amerikaner DaShaun Wood, bester Werfer der BBL, ist in dieser Saison der vielleicht wertvollste Akteur der Liga, Ex-Nationalspieler Pascal Roller schwingt das Zepter, wenn Wood eine Pause braucht. „Sie sind die beiden Generäle bei den Skyliners, sie geben den Takt an“, meint Spradley. Alle anderen Akteure spielen die Rolle, die von ihnen erwartet wird. Und selbst die Tatsache, dass die Frankfurter mit Moss, Nolte und Muurinen nur drei lange Leute haben, ist kein Nachteil. „Sie kämpfen um jeden Ball, um jeden Zentimeter Boden“, meint Spradley.
Das wünscht er sich auch von seinen „Jungs“ – nicht nur heute. „In die nächsten Spiele musst du mit der Einstellung gehen, als würde es morgen keines mehr geben“, meint er. Êr hofft, dass es bei seinem Team „endlich klick macht“. Mit klick meint Spradley, dass die Eisbären vor allem in der Verteidigung ihren Schweinehund überwinden und noch einige Körner drauflegen. „Wir müssen lernen, nicht immer 80 Punkte und mehr zu erzielen, sondern auch die Partien zu gewinnen, wenn wir nur 60 oder 65 Punkte machen“, lautet die Philosophie.
Namen nennt er nicht, gemeint sind aber auch einige vermeintliche Leistungsträger. Jeder müsse bereit sein, sich zu quälen – nur dann hätten die Eisbären eine Chance. In dieser Woche hat Spradley etwas intensiver trainieren lassen und sich auch etwas Neues einfallen lassen. In erster Linie wohl, um Wood etwas von seiner Gefährlichkeit zu nehmen. Denn der quirlige Amerikaner ist mit seinen 17 Punkten und sechs Assists pro Spiel „immer für insgesamt 30 Punkte gut“, wie es Spradley formuliert. Wer soll Wood, der Torrell Martin zum Duell der Top-Werfer herausfordert, stoppen? Der Trainer schmunzelt und sagt geheimnisvoll: „Jeder ein bisschen.“ (rie)
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