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Goalie in der Warteschleife


Bremerhaven. Dustin Haloschan steckt in der Warteschleife. Der Nachwuchs-Torhüter der Fischtown Pinguins hat in dieser Saison erst einen einzigen Einsatz in der Zweiten Eishockey-Bundesliga gehabt, dazu kommen zwei Pokalspiele. Mehr Spielminuten werden es so schnell auch nicht werden. An Stammkeeper Marko Suvelo ist für den 19-Jährigen derzeit kein Vorbeikommen. Von Lars Brockbalz


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Nachwuchs-Torhüter Dustin Haloschan durfte in dieser Saison erst drei Mal das Gehäuse der Pinguins hüten. Es sieht nicht so aus, als sollten in den kommenden Wochen noch Einsätze hinzukommen. Foto eer

„Talent, Einsatz und Willen hat er genug, aber Dustin fehlt die Spielpraxis“, sagt Pinguins-Trainer Gunnar Leidborg, und schiebt sofort hinterher: „Ich weiß, dass das blöd klingt, weil ich derjenige wäre, der ihm Spielzeit geben könnte. Aber es ist zu eng in der Liga, als dass wir zurzeit etwas riskieren könnten.“

Ein einziges Mal durfte Haloschan in der Liga ins Tor, das war am 10. Oktober in Rosenheim. Da waren die ersten beiden Schüsse drin, die Pinguins verloren mit 2:5 und nach 27 Minuten und 48 Sekunden kam Suvelo für seinen Ersatzmann ins Tor. „Wenn ich Haloschan öfter bringe und wir verlieren, tue ich ihm auch keinen Gefallen“, meint Leidborg.

Zumal Suvelo eine ausgezeichnete Saison spielt. Der gebürtige Finne hält konstant gut, mit 2,64 Gegentoren im Schnitt liegt er in der Torhüter-Statistik auf Platz sechs. „Würden alle Spieler so konstant ihre Leistung bringen, könnte ich auch Haloschan öfter spielen lassen“, meint Leidborg. „Suvelo ist ein Vorbild, vor allem von der Fitness. Außerdem war er nie verletzt oder krank, er hat kaum mal ein Training verpasst.“

Vor der Saison hatte Suvelo noch gesagt, er sei in einem Alter, in dem man nicht mehr jedes Spiel spielen müsse. Nun aber steht er trotzdem immer im Kasten. „Ich denke, ich habe einen ganz guten Lauf. Und als Spieler sagst du nie von dir aus, du willst nicht spielen“, sagt Suvelo. Auch mental sei er in dieser Saison nie in ein Loch gefallen. „Das war in Crimmitschau anders. Wenn man immer verliert, ist das schwer für den Kopf. In Bremerhaven gewinnen wir öfter, das macht alles leichter“, sagt der 35-Jährige. „Wenn du siegst, wirst du nicht müde.“

Seinen Ersatzmann hält Suvelo für sehr talentiert. „Im Training ist er gut. Er ist groß, hat eine gute Reichweite. Ihm fehlt aber die Spielpraxis.“

Das ist das Schicksal der Torhüter. „Ein Felix Thomas hat eine gute Entwicklung gemacht, den kann ich immer mal wieder spielen lassen. Aber beim Torhüter gibt es nun mal nur einen, der spielt“, sagt Leidborg

Haloschan würde gerne öfter im Tor stehen, wie er sagt. „Natürlich ist man enttäuscht, wenn man nicht spielt. Aber ich bin keiner, der den Kopf in den Sand steckt. Wenn ich gebraucht werde, bin ich bereit. Ansonsten eben nächste Saison.“

Eine Extra-Schicht pro Woche

Leidborg attestiert seinem Schützling gute Fortschritte im Training. „Er ist zum Beispiel viel fitter geworden.“ Einmal die Woche bekommt Haloschan eine Extra-Trainigseinheit. Und da hat er vom ehemaligen schwedischen Nationaltorhüter viel gelernt, wie er sagt: „Vor allem, wie man Fehler und Gegentore schnell wegsteckt. Ich bin viel ruhiger, viel konzentrierter auf dem Eis. Das habe ich dem Trainer zu verdanken“, sagt Haloschan.

Dass er an Suvelo im Moment nicht vorbei kommt, hat er akzeptiert: „Marko hat für uns schon einige Spiele gewonnen.“ Aber was wäre, wenn die finnische Mauer plötzlich ausfallen würde?

Suvelo traut Haloschan zu, ein guter Vertreter zu sein. „Er ist bestimmt gut genug, aber im Spiel wird es vom Druck her sehr schwer“, sagt der 35-Jährige. Haloschan selbst sagt, er sei bereit: „Ich bereite mich auch jetzt auf jedes Spiel so vor, als würde ich selber spielen“, sagt er.

Im Tor steht dann allerdings immer Suvelo. Für Haloschan bleibt nur der Platz auf der Bank. In der Warteschleife eben.


Artikel vom 10.02.11 - 07:00 Uhr
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