Fußball bleibt Ailtons Leben
Bremerhaven. Ailton, der frühere Star der Fußball-Bundesliga, hat immer viel zu tun. Alle paar Minuten macht sich das Handy bemerkbar, der Klingelton ist die Erkennungsmelodie von Buten und Binnen von Radio Bremen. Ailton ist gefragt wie zu seinen besten Tagen in Bremen. Ailton ist eine zeitlose Marke, die man noch länger auf dem Sportplatz erleben wird. Mit dem Brasilianer sprachen Erich W. Willmann und Lars Brockbalz.

Die Meisterschale ist in diesem Fall nur eine Nachbildung, doch Ailton hat einst auch das Original in der Hand gehalten. Nach vielen Stationen ist Ailton beim Viertligisten FC Oberneuland in Bremen gelandet. Fotos ls
Wie lange spielen Sie noch in Oberneuland?
Vielleicht bis heute Nachmittag. War Spaß. Ich habe Vertrag über zwei Jahre.
Wie läuft es in Oberneuland?
Bisher schlecht. Die Mannschaft ist neu, wir haben verloren. Du musst immer konzentriert sein von der ersten bis zur letzten Sekunde. Egal, ob in der Bundesliga oder in der vierten Liga. Wir haben gutes Potenzial. Wir schauen nach oben.
Wie lange wollen Sie noch spielen?
Ich bin 37. Solange der Körper okay ist, spiele ich. Ich liebe Fußball. Ich habe alles gewonnen in Deutschland. Motivation ist da. Vielleicht spiele ich mit 41 noch. Vielleicht in Meppen, vielleicht in Bremerhaven (lacht). Ailton ist Torgarantie. Ich spiele, egal ob Bundesliga oder vierte Liga. Mir egal, was die Leute sagen.
Was wollen Sie nach der aktiven Karriere machen?
Fußball. Vielleicht Berater, vielleicht Scout. Irgendetwas mit Fußball. Fußball ist mein Leben.
Die Leute lieben Ailton. Wissen Sie, warum?
Ailton ist Ailton. Wenn jemand ein Foto mit mir haben will, klar, mache ich. Autogramm, mache ich. Ich bin immer fröhlich. Musse Spaß haben. Ich bin immer umgänglich. Ich bin Ailton. Ich kann beim feinen Italiener mit Messer und Gabel essen, aber ich muss das nicht machen. Ich kann auch mit Plastikbesteck essen. Kein Problem. Kommen die Leute im Anzug, Ailton kommt in Jeans.
Wissen Sie, dass es im Internet ein Ailton-Quiz gibt?
Nein.
Eine Frage daraus lautet: Welche Rückennummer trug Ailton bei Werder Bremen?
Die 32. Das ist die Ailton-Nummer. Ich war damals der letzte Transfer, deshalb bekam ich die 32. Ein Jahr später wollte mir Trainer Thomas Schaaf die 9 geben. Ich habe gesagt, ich will die 32 behalten. In Istanbul oder Belgrad sollte ich dann die 32 wieder bekommen. Ich habe gesagt: Nicht für eine Million Euro, das ist meine Nummer aus Bremen. Die 32 bleibt für immer die Werder-Nummer.
Früher spielten Sie vor zehntausenden Zuschauern, jetzt vor ein paar Hundert Leuten. Macht das etwas aus?
Das ist egal. Im ersten Spiel gegen Freiburg im Pokal kamen viele Leute. Im zweiten Spiel nicht so viele. Sind keine Zuschauer da, egal. Ailton liebt Fußball.
Fragen Ihre Gegenspieler nach einem Autogramm von Ihnen?
Ich gebe Autogramme, mache Erinnerungsfotos.
Ihr Abschiedsspiel soll in Bremen sein?
Wenn ich mein letztes Spiel in Europa mache, dann in Bremen. Mit der Meister-Mannschaft von 2004. Ich habe mit Werder noch nicht gesprochen. Ich muss den Präsidenten fragen oder Klaus Allofs, aber nicht jetzt. Es ist noch Zeit. Ailton spielt ja noch.