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Es kann nur besser werden


Bremen. Spielt Werder so weiter, wie die Mannschaft beim 2:3 gegen den FC Nürnberg aufgehört hat, dann ist morgen gegen Twente Enschede in der Champions League kein Blumentopf zu gewinnen. „Dann scheiden wir aus, dann sind wir einfach nicht gut genug“, sagt Clubchef Klaus Allofs. Mut gibt ihm jedoch die erste halbe Stunde: „Dann habe ich keine Angst.“ Von Erich W. Willmann


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Schlechte Laune bei Werder Bremen: Nach dem 2:3 gegen Nürnberg stapfen (von links) Sebastian Prödl, Marko Marin und Sebastian Mielitz enttäuscht vom Platz. Zum wiederholten Mal in dieser Saison haben die Grün-Weißen ihre Chancen nicht genutzt und wurden dafür bestraft. Foto dpa

Hugo Almeida schürte mit seinem frühen Treffer Vorfreude auf ein Torfestival, doch die Zuschauer rauften sich dann die Haare. Als wäre es beim Pokal-Aus in München nicht genug gewesen, vergab Marko Arnautovic die Chance, dem 1. FC Nürnberg schon in der ersten Halbzeit den Zahn zu ziehen. „Wir gehen zu sorglos mit unseren Chancen um“, sagte Torsten Frings, „einige Spieler denken, wenn man in fünf Minuten drei Chancen hatte, dann kommt in zwei Minuten die nächste“, kritisierte er seine Mitspieler.

„Mit einem 3:0 oder gar 4:0 zur Halbzeit ist die Sache erledigt und wir können Kräfte für Enschede sparen. Wenn man für Werder spielt, weiß man, was von einem erwartet wird“, machte Frings seinem Frust Luft.

Das Bremer Bauwerk wackelt gewaltig. Wesley, der Clemens Fritz hinten rechts vertrat, konnte nicht überzeugen, noch weniger auf der anderen Seite Mikael Silvestre. „Er spielt weit unter seinen Möglichkeiten“, klagt Allofs.

Doch das traf nach einer halben Stunde auf alle Werder-Akteure zu. Das Geheimnis, warum das so ist, muss Trainer Thomas Schaaf ergründen. „Wir haben am Donnerstag erstklassig trainiert. Hätten wir so gespielt, hätten wir uns keine Sorgen machen müssen“, blickte Schaaf auf gute Zeiten und auf schlechte Zeiten zurück: „Die zweite Halbzeit war grausam. Gefühlt haben wir keinen Zweikampf mehr gewonnen.“

Das Tor in der Nachspielzeit von Claudio Pizarro machte das Ergebnis etwas erträglicher, doch auch ein viertes oder fünftes Gegentor hätte sich Werder leicht einhandeln können. Frech und forsch spielten die Nürnberger auf. „Die Mannschaft war der beste Mann auf dem Platz“, sagte Nürnbergs Mike Frantz.

Heckings erster Sieg

Besonders freute sich Trainer Dieter Hecking, der sich bisher mit dem VfB Lübeck im Pokal, dreimal mit Hannover und einmal mit Nürnberg in Bremen Niederlagen abholte und nun erstmals als Sieger das Stadion verließ. „Für unsere Verhältnisse haben wir überragend gespielt“, sagte Hecking.

Bei Werder muss man das schlechte Spiel bis morgen aus den Köpfen bekommen und kapieren, dass mit Hackentricks und Sorglosigkeit keine Partie gewonnen werden kann. „Viele Fehler sind nicht zu verstehen. Die dürfen Spieler dieser Qualität nicht passieren“, klagt Allofs.

Für die Partie gegen Enschede drohen erneut Torwart Tim Wiese, Clemens Fritz und Petri Pasanen, bei dem kurz vor dem Nürnberg-Spiel Oberschenkelprobleme auftraten, auszufallen. Alle drei trainierten gestern nicht.

Es war auf allen Ebenen eine schmerzhafte Woche für Werder. Einen Trost haben jedoch alle: Es kann nur noch besser werden.

Artikel vom 01.11.10 - 07:00 Uhr
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