
Spradley erwartet heute Abend eine Frankfurter Mannschaft, die viel intensiver spielen wird als am Montag. Da kamen die Gäste gegen die aggressive Eisbären-Verteidigung überhaupt nicht zum Zug, da fanden sie vor allem kein Mittel gegen die Zonen-Verteidigung. Die ließ Spradley im dritten und vierten Viertel schon gar nicht mehr spielen, da ging es auch mit einer Mann-Mann-Deckung. Die Eisbären wurden getragen von der tollen Stimmung und sie harmonierten als Mannschaft prächtig. Da ist in den vergangenen Wochen und Monaten etwas zusammengewachsen.
Quote nicht so prickelnd
Die Bremerhavener spielten mit jener Intensität, die den Frankfurtern fehlte. „Uns hat die gute Verteidigung geholfen. Ich hoffe, dass die Jungs das kapiert haben. Denn unsere Wurfquote war mit 41 Prozent aus dem Feld alles andere als gut“, so Spradley.
Aber gegen die Skyliners reichte es am Montag eben. Trainer Gordon Herbert wird seinen Spielern in den vergangenen Tagen sicher Feuer gemacht haben, eine solche Einstellung duldet der Kanadier kein zweites Mal.
Den Eisbären muss aber egal sein, was die Frankfurter machen. Sie müssen sich auf ihr Spiel konzentrieren und das machen sie auch. Alle Spieler sind fokussiert, haben nach dem überraschenden Erfolg in der Viertelfinalserie gegen die vermeintlich übermächtigen Göttinger nur ein Ziel: den Einzug ins Finale. „Wir können es schaffen, dafür haben wir in dieser Saison hart gearbeitet“, sagte Kraftpaket Jeff Gibbs.
Die Beine seien zwar schwer, „aber wenn du auf dem Feld stehst, ist das schnell wieder verflogen“, sagt der beste Rebounder der Basketball-Bundesliga. Zwischen den einzelnen Spielen wird kaum noch trainiert, da steht viel Taktik, Videoanalyse, und hin und wieder ein Schusstraining auf dem Programm. Ansonsten wird entspannt und regeneriert, die Spieler sind täglich bei den Physiotherapeuten, die in dieser Phase alle Hände voll zu tun haben. Nur die Jungs, „die unter zehn Minuten spielen, müssen etwas mehr im Training machen, damit sie nicht aus dem Rhythmus kommen“, wie es Spradley formuliert.
Zweimal mussten die Eisbären bisher in der Ballsporthalle in der vergangenen Saison gegen die Skyliners ran, zweimal verloren sie. Zuletzt mit 59:61 im Halbfinale des Pokals. Wobei die Bremerhavener da auch schlecht spielten, offensiv überhaupt keinen Rhythmus fanden. Und Louis Campbell tauchte in jenem Spiel ganz ab. Das hat sich grundlegend geändert. Schon gegen Göttingen zeigte der 31-jährige Amerikaner, dass er der „Leader“, der Führungsspieler sein kann, der den Eisbären häufig gefehlt hatte.
Er setzte die Akzente. Kurz vor den Playoffs hatte der Mann mit der „13“ ein Tief, da ging nicht viel zusammen.
Aber „Super-Lou“ hat sich gefangen, glänzt nicht nur als Passgeber (er ist der Beste in der BBL), sondern auch als Punktesammler und als Stratege. Campbell zeigt die Systeme vorne wie hinten an, er beschäftigt oft zwei Gegenspieler und zieht jede Menge Fouls. Heute Abend ist er erneut gefordert. (rie)
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