Bremerhaven. Hätte man sich einen solchen Saisonstart im Traum von einer
gute Fee gewünscht, sie hätte abgelehnt: zu unverschämt. Aber es war Realität
was sich da gestern im Eisstadion abspielte. Zum Saisonauftakt in der 2.
Eishockey-Bundesliga fegten die Fischtown Pinguins die Bietigheim Steelers mit
6:0 (2:0, 3:0, 1:0) vom Eis.
Sechs Tore geschossen, Tabellenführung erobert, die Fans verzaubert und Torhüter
Marko Suvelo bei seiner Rückkehr nach Bremerhaven auch noch den shut-out
beschert. Mehr geht nun wirklich nicht. Die Pinguins spielten phasenweise wie
berauscht, und die 1900 Zuschauer waren es auch vom schnellen und sicheren
Passspiel ihrer Mannschaft: „Und so spielt man Eishockey“ sangen sie nach 30
Minuten – da stand es schon 3:0.Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel wollte
Pinguins-Trainer Gunnar Leidborg gerade ansetzen zu erzählen, was ihm nicht
gefallen hat. Er ließ es dann aber doch. Man hätte es ihm an einem solchen Abend
auch kaum abgenommen. „Ich bin selbstverständlich sehr zufrieden. Wir haben das
Optimale für das Wochenende erreicht“, sagte er.Die Pinguins, die in
Bestbesetzung aufliefen, zeigten wie in den Vorbereitungsspielen mächtige
Offensivkraft, das erste Saisontor erzielte aber ein Verteidiger. Vitalij Janke
war zur Stelle, als Gäste-Torhüter Martin Cinibulk den Puck nach einem Schuss
von Brad Self nicht festhalten konnte (17.). Auch beim 2:0 eine Minute später
ließ der Keeper einen Schuss prallen. Ales Kreuzer hatte ihn bei Überzahl
abgefeuert, diesmal profitierte Marian Dejdar. In dieser Phase hätten die
Pinguins gut und gerne noch erhöhen können, doch Marcel Ohmann verzog nach einer
Zauber-Aktion mit Thomas Brandl knapp, und auch Carsten Gosdeck schoss um
Zentimeter daneben.Die Gäste waren vor allem in den Anfangsminuten einem Treffer
bedrohlich nahe. Da saß Patrick Hucko auf der Strafbank und Pinguins-Torhüter
Marko Suvelo hatte einmal Glück, dann zeigte er eine Glanzparade bei einem
Schuss von Alexander Selivanov.Im Mitteldrittel gehörte das Spiel fast nur noch
den Pinguins. Dejdar machte in der 27. Minute in Überzahl aus spitzem Winkel das
3:0, danach ging die Post nach vorne richtig ab. Alexander Janzen fälschte
zunächst einen Schuss an die Latte ab, dann machten die unglaublich emsigen
„Kölner Jungs“ ihr Tor. Norman Hauner trug die Scheibe vors Tor, wurde gefoult,
ließ sich aber nicht stoppen: Brandl vollendete zum 4:0 (35.). Bei dieser
Offensiv-Euphorie entwischte immer mal wieder ein Steelers-Stürmer im Rücken der
weit aufgerückten Bremerhavener Verteidiger, doch Suvelo war stets zur Stelle.
„Marko hat einige gute Saves gehabt, wir dagegen haben die Tore geschossen. Das
hat Energie gegeben“, sagte Leidborg.
Die Halle kocht über
Mit einem Tor Marke
„Kapitänspatent“ legte Chris Stanley das 5:0 (39.) nach. Dejdar legte zurück,
der neue Pinguins-Kapitän schlenzte wunderschön in die lange Ecke. Die Halle
kochte nun vollends über.Gäste-Torhüter Cinibulk hatte genug, er ließ sich im
Schlussdrittel durch Martin Morczinietz ersetzen. Der bekam weniger zu tun, weil
es die Pinguins nun ruhiger angehen ließen. Die Gäste fuhren pflichtschuldig
noch ein paar Angriffe, an die Wende glaubte aber niemand mehr. So machten die
Pinguins das halbe Dutzend voll. Erneut war es Dejdar. Er schoss sein drittes
Tor – und das sogar in Unterzahl.Den Pinguins ist ein Traumstart in die Saison
geglückt, und gerne würden die Fans noch ein wenig weiterträumen. Aufwachen kann
man auch später noch.
Pinguins-Keeper Marko Suvelo (rechts) feierte im ersten
Spiel nach seiner Rückkehr gleich ein shut-out.Foto eer
Dieses ist sein
zweiter Streich, der dritte folgt sogleich: Pinguins-Stürmer Marian Dejdar
(links) erzielte gestern Abend drei Tore. Beim 2:0 ließ er Gäste Keeper Martin
Cinibulk und Verteidiger Andreas Geipel keine Chance.Foto eer
»Ich bin
selbstverständlich sehr zufrieden. Wir haben das Optimale, für das Wochenende
erreicht.«Gunnar Leidborg
Pinguins – Bietigheim (2:0, 3:0, 1:0) 6:0
Pinguins:
Tor: Suvelo, Haloschan (nicht eingesetzt); Abwehr: Kurtz, Leinweber – Hucko,
Slaton – Janke, Willaschek – Thomas; Angriff: A. Janzen, Self, Gosdeck –
Kreuzer, Stanley, Dejdar – S. Janzen, Garten, Litesov – Ohmann, Brandl, Hauner –
Schlicht.
Tore: 1:0 (16:05) Janke (Self, Gosdeck); 2:0 17:37) Dejdar (Stanley,
Kreuzer) bei 5/4; 3:0 (26:56) Dejdar (Stanley, Kreuzer) bei 5/4; 4:0 (34:21)
Brandl (Hauner, Thomas); 5:0 (38:01) Stanley (Dejdar); 6:0 (58:38) Dejdar
(Hucko, Stanley) bei 4/5.
Strafen: Pinguins: 12 Min + 10 gegen Hucko u. Ohmann –
Steelers: 18 Min.
Zuschauer: 1900 – Schiedsrichter: Heiko Dahle (Berlin)
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