Der 33-jährige Franzose mit dem linken Fuß hat bei Inter Mailand gespielt, dann neun Jahre bei Manchester United und zuletzt beim FC Arsenal in London. Elf Jahre in England und 79 Einsätze in der Champions League sprechen dafür, dass er nicht schnell nervös wird, wenn die gegnerische Mannschaft über seine Seite angreift.
Dass die „Gunners“ seinen Vertrag nicht verlängert haben, erspart Werder zwar eine Ablösesumme, lässt aber einige Anhänger der Grün-Weißen ein bisschen skeptisch dreinschauen. Schließlich hat er vergangene Saison nur zwölf Ligaspiele für Arsenal bestritten. Doch der Franzose macht ganz und gar nicht den Eindruck, als wolle er an der Weser einen geruhsamen Vorruhestand verleben. „Er ist immer noch hungrig, große Ziele anzugehen“, sagt Trainer Thomas Schaaf.
Der Spieler selbst bestätigt das. „Ich will hier ein Führungsspieler sein, an dem sich alle orientieren können“, kündigte er gestern bei seiner offiziellen Vorstellung an. Er will seinen Landsleuten Johan Micoud und Valerien Ismaël nacheifern, von denen er weiß, das sie bei Werder Bremen zu Vorbildern geworden sind. „Ich möchte auch so ein Vorbild sein.“
Dass schon zwei Franzosen in Bremen groß rausgekommen sind, hat seine Entscheidung positiv beeinflusst. „Ich hatte auch andere Angebote“, sagt er. Den Ausschlag gab der direkte Kontakt zu Schaaf und zu Clubchef Klaus Allofs. In Genua am Rande des Champions-League-Qualifikationsspiels besuchte er sie im Mannschaftshotel – und dann funkte es offenbar: „Nach zwei Minuten wusste ich schon, dass ich Ja sagen würde“, verriet Silvestre.
Allofs ist überzeugt: „Mikaël ist eine wichtige Verstärkung. Mit seiner Klasse wird er sich schnell in unser Gefüge integrieren und unserer Mannschaft Stabilität verleihen.“
Auf welcher Position er das tun soll, ist offen. Er kann sowohl in der Innenverteidigung spielen als auch als linker Verteidiger. „Ich kann beides“, versichert er. Sowohl in seinen Vereinen als auch in seinen 40 Länderspielen für Frankreich hat Silvestre beide Positionen bekleidet.
An der Weser soll er so schnell wie möglich loslegen. Auch wenn er als vertragsloser Spieler ohne Saisonvorbereitung in einem Verein auskommen musste, hat er sich fit gehalten. „Ich kann innerhalb von zehn Tagen ein körperliches Niveau erreichen, mit dem ich richtig mithalten kann“, versicherte der Franzose. Da trifft es sich gut, dass gerade Länderspiel-Pause ist: Werders nächstes Pflichtspiel ist erst in elf Tagen – auswärts bei den Bayern. (rn)
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