
Zur Belohnung durften sich die Sieger 60 Euro für die Klassenkasse abholen. Immerhin 40 Euro konnte die Edith-Stein-Schule einstreichen; jeweils 25 Euro gab es für die anderen beiden Halbfinalisten des Lloyd-Gymnasiums und der Ernst-Reuter-Schule. Alle Partien unter den besten vier Klassen waren zuvor in der Walter-Kolb-Halle deutlich mit mindestens vier Toren Differenz ausgegangen.
Das höchste Ergebnis gab es allerdings in der Partie Immanuel-Kant-Schule gegen die Humboldtschule: Das Endergebnis lautete 13:1. Das 13. Tor schoss einer der zierlichsten Schüler auf dem Spielfeld. Nicklas Gräf, dem das gelbe Trikot deutlich zu groß war, erhielt dafür Anerkennung von seinem Mitschüler Adriano Adler. „Das macht die Übung. Ich spiele schon seit neun Jahren Fußball“, sagte der zwölf Jahre Nicklas, der beim OSC am liebsten im zentralen Mittelfeld kickt.
Vor allem Vereinsfußballer gehörten auch dem Team der Edith-Stein-Schule an. Die Auswahl hatte die Klasse allein getroffen. Und auch während des Turniers entschieden die Schüler unter sich. Statt des Lehrers, der auf den hinteren Rängen samt Süßigkeiten Platz genommen hatte, bestimmten zwei Jungs die Aufstellung des Teams. Fabian Hamm und André Mannweiler stimmten ihre Mitschüler vor den Spielen ein, ordneten Wechsel an und gaben Kommandos.
Warum ausgerechnet die beiden den Trainerposten übernommen haben? So genau wissen sie das auch nicht. Erfahrung oder Fachwissen sind es aber gewiss nicht. André Mannweiler spielt in seiner Freizeit Tennis, Fabian Hamm bezeichnet sich selbst als Hip-Hop-Tänzer. Und auch bei der Vorbereitung – Fehlanzeige. „Geübt haben wir vorher gar nicht“, räumten die beiden zwölf Jahre alten Trainer ein. Dennoch ist die Strategie der Nicht-Strategie aufgegangen. Denn immerhin schaffte es die Edith-Stein-Schule ins Finale. „Eigentlich war ja der Sieg unser Ziel“, sagte Juliane Stecking ein wenig enttäuscht.
Alles andere als enttäuscht war Torwart Jan-Felix Landt von der Wilhelm-Raabe-Schule. Und das obwohl er in der Partie gegen die Georg-Büchner-Schule sechs Treffer kassierte. „Ich bin ja auch nur der Ersatz-Torwart und spiele nicht im Verein“, erklärte der Zwölfjährige, der anschließend betonte: „Unter den 7. Klassen unserer Schule sind wir aber die Besten.“ Der Jahrgang hatte zuvor schulintern ermittelt, wer beim 22. Sparkassen-Nordsee-Cup ebenso wie 194 weitere Mannschaften dabei sein darf. Insgesamt knapp 2000 Spieler von den G-Junioren bis zur U 21 treten noch bis zum kommenden Montag an.
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