
Gustav Walter hat den Ball erobert. Mit großen Schritten läuft der 22-Jährige von CVJM Nordemham II über das Feld. Seine Teamkollegen feuern ihn lautstark an. Die Abwehr der Elbe-Weser-Werkstätten hat keine Chance. Gustav Walter macht das 2:0. Der junge Mann reißt die Arme hoch, klatscht laufend jeden einzelnen Mitspieler freudestrahlend ab – auch den Torwart am anderen Ende der Halle. „Solch eine ehrliche Freude sieht man leider selten“, sagt Axel Zielinski, Kreisvorsitzender des Bremer Fußball-Verbandes. Selbst die Spieler der unteren Klassen haben sich teilweise schon die Gesten der Profispieler abgeschaut.
Während der Ball wieder rollt, inspiziert Simon Inderst auf der Tribüne sein Lunchpaket. Zwei belegte Brötchen packt er aus und beißt zu. Jede Woche trainiert der 30-Jährige im Fußballteam des Lebenshilfe Bremerhaven, wie er erzählt: „Am liebsten spiele ich im Sturm.“ So wie sein Lieblingsspieler Claudio Pizarro. Eigentlich ist Simon Inderst ein großer Fan der Fischtown Pinguins, aber auch für Werder Bremen schlägt sein Herz.
Simon Inderst selbst steht lieber auf dem Fußballfeld als auf dem Eis. Er hat bereits einige Turniere absolviert. Im Mai geht es mit seiner Fußballmannschaft nach München zu den Special-Olympics. Bis dahin muss das Team noch etwas trainieren, denn beim Nordsee-Cup reichte es nur für Platz fünf – sonst steht die Mannschaft regelmäßig auf dem Treppchen. Trainer Matthias Dowideit weiß, warum es diesmal nicht geklappt: „Wir spielen nach der Weihnachtspause heute das erste Mal, weil einige jetzt erst aus dem Urlaub zurück sind. Da fehlt die Spielpraxis.“ Wenn das Team erstmal eingespielt sei, dann laufe es auch deutlich besser. „Beim Nordsee-Cup steht der Spaß im Vordergrund.“
Und Spaß haben die Spieler. Es wird gejohlt, gerufen und gejubelt. Wird ein Spieler vom Trainer ausgewechselt, dann meckert niemand. Schließlich sollen auch mal die anderen kicken dürfen. Fällt jemand zu Boden, ist gleich ein anderer Spieler zur Stelle und hilft. Nur einmal wird es hitzig und ein junger Mann muss für zwei Minuten auf die Bank. Ausgeglichen und ruhig ist hingegen das Finale, das die beiden Teams der Bremer Werkstatt unter sich ausmachen.
Fouls sind auch beim Turnier der Förderschulen am Montagvormittag eine Ausnahme. Vier Teams treten erstmals gegeneinander an. Der Torwart der Schule am Wiesendamm hat dabei besonders wenig zu. Seine Mannschaft gewinnt das Turnier mit 18 Punkten und einem Torverhältnis von 18:3. Deutlich dahinter liegt die Anne-Frank-Schule II mit 9 Punkten auf Platz zwei.
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