
Bis am späten Nachmittag die beiden Europameister feststanden, hatten die mehr als 2000 Besucher fast 100 spannende Spiele gesehen – oft mit dramatischen Elfmeterschießen oder Entscheidungen in letzter Sekunde.
Los ging es um kurz vor 10 Uhr morgens: Die 32 Mannschaften zweier E-Jugend-Altersklassen aus Stadt und Landkreis liefen in einer Reihe ein, angeführt vom Schiedsrichter Sebastian Seebeck. Um 10 Uhr folgte dann der Anpfiff: Der Ball rollte, die EM begann für die Fußballer und die Unterstützer, die den Spielfeldrand säumten. Besonders fielen allen die Deutschland-Fans des TuSpo Surheide und des SC Lehe-Spaden auf. Sie unterstützten ihre Teams mit Vuvuzelas, Blümchen-Ketten, wilden Frisuren und Rasseln.
Die Spieler trugen mit Schminke die Landesfarben im Gesicht, auf den Trikots war das Emblem des Landes zu sehen, das sie mit ihrem Verein vertraten. Mitorganisator Axel Zielinski vom TuSpo Surheide war nach den ersten Spielen zufrieden: „Ideales Fußballwetter und tolle Spiele, so soll das bleiben.“ Bereits früh zeichnete sich eine Überraschung bei den unteren E-Junioren ab: Der SC Lehe-Spaden war an diesem Tag unbezwingbar.
„Eigentlich ging es nur um das Dabeisein“, sagte Trainer Frank Hinrichs. Vielleicht lag es an den vielen Fans am Spielfeldrand – oder daran, dass das Team Deutschland vertreten durfte. Bis zum Ende blieben sie in jedem Spiel in der regulären Spielzeit ohne Gegentor. „Das ist einfach Wahnsinn, wir haben dreimal im Elfmeterschießen gewonnen“, sagte Hinrichs nach dem hart umkämpften Sieg, das T-Shirt mit Mineralwasser getränkt.
Für den zweiten Sieger des Tages, die E-Junioren der Leher TS, kam der Sieg nicht ganz so unerwartet. Die Mannschaft war als einer der Favoriten ins Turnier gegangen. „Das war eine super Leistung. Wir haben im Finale von der ersten Minute an gekämpft. Jetzt waren wir mal wieder dran“, sagte LTS-Trainer Kolja Hoeder mit Blick auf den Dauerkonkurrenten TuSpo Surheide.
Den ersten Platz beim Torwand-Schießen holte sich ein „Spanier“. Hakim Diallo von den älteren OSC-Junioren gelangen im Finale zwei Treffer, sein schärfster Konkurrent traf nur einmal. „Ich habe das nicht extra geübt“, versicherte der neunjährige Hakim. Er habe immer erst auf den Ball geguckt und dann das Loch angepeilt.
Die Siegerehrung für die Gewinner aus Deutschland und Russland und die 30 anderen Teams nahm Michael Grell vor. Der Vizepräsident des Bremer Fußball-Verbandes überreichte jedem Spieler eine Medaille, für die ersten drei Teams jeder Altersklasse gab es einen Pokal. Zudem erhielten die besten Spieler und Torhüter eine Auszeichnung.
Grell dürfte die Siegerehrung besondere Freude gemacht haben: Der Vertreter des Fußballverbandes ist selber Mitglied beim frischgebackenen Europameister SC Lehe-Spaden.
Nach der Siegerehrung verließen die Spieler und Zuschauer zufrieden den Sportplatz am Düllmannsweg, viele wollten abends noch das Spiel der „echten“ Nationalmannschaft im Fernsehen verfolgen. „Super Wetter, super Stimmung, strahlende Kinder. Wir sind zufrieden“, sagte Björn Schäfer von der NORDSEE-ZEITUNG. Axel Zielinski, Mitorganisator des Turniers von Surheider Seite, stimmte der Einschätzung zu. „Das ist wirklich top gelaufen. Vielen Dank auch an die Zuschauer.“
