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Die alten Tarife bleiben gültig


Bremerhaven. Die GEMA hat für das kommende Jahr neue Tarife angekündigt und damit eine Diskussion ausgelöst, die auch vor Sportvereinen nicht haltmacht. Unsicherheit herrscht vor allem bei den Eisbären Bremerhaven und Fischtown Pinguins. Doch die GEMA stellt klar: Für Vereine bleibt alles beim Alten. Von Jens Gehrke


Veranstalter zahlen an die Musik-Verwertungsgesellschaft GEMA eine Gebühr, wenn sie auf öffentlichen Veranstaltungen Live-Musik oder Musik vom Tonträger abspielen. Davon profitieren die jeweiligen Interpreten. Diese Gebühren sollen sich von Januar 2013 an ändern – und bei Großveranstaltungen sollen sie deutlich höher ausfallen.

Daher verfolgen die Verantwortlichen der Eisbären Bremerhaven und der Fischtown Pinguins das Thema mit Sorge – und nicht zuletzt auch deren Käufer von Eintrittskarten. Beide Vereine zahlen regelmäßig eine Gebühren-Pauschale für die „Pausenmusik“ an die Stadthalle, die wiederum mit der GEMA abrechnet. Bisher war die Gebühr ein Faktor, der laut Eisbären-Geschäftsführer Jan Rathjen „nicht ins Gewicht fällt“. Ob das so bleibt, sollen Gespräche beider Teams mit dem Spielstätten-Betreiber Stadthalle Bremerhaven in den nächsten Wochen klären. „Wir müssen das Gespräch abwarten“, sagt Hauke Hasselbring von den Pinguins. Das Ergebnis kann auch Ralf Türk, Prokurist der Stadthalle, noch nicht voraussagen: „Wir sind in Verhandlungen mit der GEMA über die neuen Konditionen.“

Keine Änderung bei Profis

Die GEMA hat derweil gegenüber der NORDSEE-ZEITUNG versichert, dass bei Profi-Sportveranstaltungen, „bei denen die Musik lediglich in den Pausen oder im Rahmen von Moderationen oder Cheerleader-Darbietungen stattfindet“, die neuen Tarife keine Rolle spielen. Für diese Profi-Sportveranstaltungen gilt weiter eine Sonderregelung mit deutlich geringeren Gebühren. Alles bleibt beim Alten.

Diese Versicherung der GEMA hat auch der Deutsche Olympische Sportbund erhalten. Deren Justiziar Hermann Latz sieht dennoch einige Probleme. Unter anderem weist er darauf hin, dass Sportveranstaltungen mit Musik „als integrativem Bestandteil“ künftig nicht mehr unter die Sonderregelung fallen. Zum Beispiel Rollkunstlauf- und Tanzveranstaltungen.

Für ein Bundesliga-Turnier der Formationstänzer der TSG Bremerhaven in der Stadthalle oder die Elmloher Reitertage könnten deutlich höhere Gebühren anfallen. Darüber sollen noch Verhandlungen mit dem DOSB aufgenommen werden.

Vereine auf Amateur-Ebene und ihre Sportveranstaltungen sind von der Tarif-Reform der GEMA hingegen nicht betroffen. Sie decken ihre GEMA-Gebühren durch eine Pauschale ab, die sie über den Landessportbund an den Deutschen Olympischen Sportbund abführen (DOSB).

Nach Angaben der GEMA soll auch sie nicht erhöht werden. „Wir werden uns trotzdem neu schlau machen“, sagt Christian Pafke, Vizepräsident beim OSC Bremerhaven, der unter anderem Musik bei den Heimspielen in der Fußball-Bremen-Liga abspielt.

Hermann Latz vom DOSB ist zuversichtlich, dass das Rahmenabkommen für die Vereine auf Amateur-Ebene auch nach dem Auslaufen des bestehenden Vertrages 2013 weiter besteht. „Wir sind im Kontakt mit der GEMA. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass der Vertrag nicht verlängert wird“, sagt Latz.


Artikel vom 21.06.12 - 12:00 Uhr
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