
Für den gastgebenden Verein, den ERC Bremerhaven, ist die Ausrichtung der deutschen Meisterschaft Ehre und Arbeit zugleich. Rund 30 Ehrenamtliche sind bereits seit langem damit beschäftigt, für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung zu sorgen. Dabei ging es nicht nur ums Catering, um das Parkleitsystem und um zusätzliche Toilettenwagen. Auch an der seit 2008 überdachten Rollsportanlage musste etwas verändert werden. Seit Mittwoch steht zwischen Vereinsheim und Anlage eine Tribüne mit 300 zusätzlichen Plätzen. „Die kommt im Anschluss der deutschen Meisterschaft leider wieder weg“, sagt Constance Hossfeld-Seedorf lachend. Die Rollkunstläuferin, die selbst mehrmals deutsche Meisterin wurde, ist voll in die Organisation der Großveranstaltung und ins Training eingebunden.
Es piept. Ein riesiger Kran rangiert langsam durch die schmale Toreinfahrt. Er soll auf die Tribüne mit den knallroten Sitzschalen noch ein Dach heben. Gerüstbauer befestigen derweil weiße Planen an den Außenseiten der Tribüne. Das Training auf der frisch gereinigten Bahn geht unabhängig davon weiter. Genia Keireit, die gerade eine schwere Sprunggelenksverletzung überstanden hat, übt die Pflicht. Die 15-Jährige will sich für die Europameisterschaft im September in Freiburg qualifizieren. „Das Pflichtprogramm ist für die Zuschauer vielleicht nicht ganz so spannend“, sagt Constance Hossfeld-Seedorf. Profis können eine „kantenreine Drehung“ auf den auf dem Boden aufgezeichneten Bögen gut erkennen, für einen Laien sei das aber schwierig. Die Kür sei daher für das Bremerhavener Publikum eher Pflicht.
Während die Pflicht vormittags ausgetragen wird, stehen die Kürprogramme am Nachmittag an. So tritt das ERC-Talent Daniel Domaschke zum Beispiel am Donnerstag, 4. August, um 18.20 Uhr zu seiner Kurzkür an und am Sonnabend, 6. August, um 15.25 Uhr zu seiner Kür. Weitere Informationen zu den Zeitplänen gibt es im Internet unter www.erc-bremerhaven.de.
Während der Kran sich auf seine Schwerstarbeit vorbereitet und Gegengewichte auflädt, kommt ein Herr vom Bauaufsichtsamt. Die Tribüne muss abgenommen werden. Mit der Ruhe vor dem Sturm scheint es zu Ende zu gehen. Doch die Planungen des ERC liegen voll im Zeitplan. „Am Wochenende wird hier noch einmal ordentlich geputzt“, verrät Constance Hossfeld-Seedorf, am Montag kommen die Pavillons fürs Catering, die elektronische Wertung wird installiert.
Dann schlüpft auch sie in die Rollschuhe. „Mit unseren ganz jungen Läufern üben wir jetzt noch einmal den Einmarsch für die offizielle Eröffnungszeremonie am Mittwoch um 18.30 Uhr.“
Und wenn am Sonntagnachmittag alles vorbei ist? „Dann gehen die Planungen fürs Weihnachtsmärchen ,Arielle‘ weiter.“ Und vielleicht auch schon die ersten groben Planungen für das nächste Großereignis: Der ERC bewirbt sich um die EM für Showgruppen im Jahr 2015.

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