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Der besten Abwehr wird schwindelig


Bremerhaven. Der Rausch ist noch lange nicht vorbei, die Fischtown Pinguins wollen immer noch mehr. Gestern Abend schlugen sie die Schwenninger Wild Wings mit 6:2 (2:1, 1:1, 3:0). Dem Tabellenführer ein halbes Dutzend einzuschenken ist schon ein kleines Meisterwerk. Von Lars Brockbalz


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Gäste-Torhüter Steve Silverthorn erlebte einen Abend, wie er selten vorkommt. Der Torwart hinter der besten Abwehr der Liga musste gleich sechs Mal hinter sich greifen. Hier dreht Gerrit Fauser (rechts) jubelnd ab. Fotos ls

Schwenningen kassierte zwar bereits die siebte Auswärtsniederlage in Folge, aber die Wild Wings haben immer noch die beste Abwehr der Liga. Bis gestern waren sie die einzige Mannschaft mit weniger als 100 Gegentoren. Doch die Pinguins, angeführt von den überragenden Chris Stanley und Marian Dejdar, sorgten für Gegentreffer 97 bis 102. Am Ende wurde einigen Gäste-Spielern im Pinguins-Wirbel schwindelig.

„Meine Spieler sind immer bereit zu arbeiten. Alle geben alles, und das in jedem Spiel. Das begeistert mich“, sagte Pinguins-Trainer Gunnar Leidborg. Wie sein gegenüber Axel Kammerer war er der Meinung, dass beide Mannschaften zwei Drittel lang gleichwertig waren.

Bis auf Daniel Willaschek traten die Pinguins in Bestbesetzung an. Bei den Gästen fehlten Dan Hacker, Radek Krestan, Max Hofbauer und Jonas Lanier.

Zwei frühe Powerplay-Tore

Die Pinguins waren wieder mit viel Herz dabei, und sie begannen sehr effektiv. Ihre ersten beiden Powerplay-Situationen nutzten sie zu Toren. Ein Schuss von der blauen Linie von Chris Leinweber brachte das 1:0 (8.), aber noch im Torjubel der Fans fiel der Ausgleich durch Patrick Geiger. Da zeigten die Gäste, warum sie Tabellenführer sind: Wenn sie den Puck ins Laufen bekommen, schaut jeder Gegner nur noch hinterher. Die Pinguins ließen aber nicht zu viel Spielaufbau zu, sie gewannen die Mehrzahl der Zweikämpfe.

Das 2:1 (11.) entsprang einer schönen Kombination über Patrik Hucko und Brad Self. Carsten Gosdeck war der Torschütze.

Das war verdient, auch weil die Pinguins die Mehrzahl der Chancen hatte. Chris Stanley war wie immer brandgefährlich, einmal scheiterte Marcel Ohmann im Alleingang auf Gäste-Torhüter Steve Silverthorn.

Ein schlechter Wechsel der Pinguins brachte das frühe 2:2 im Mittelabschnitt (21.). Matthias Forster wurde völlig frei vor dem Tor gelassen und nutzte die Chance eiskalt. Das gute und giftige Spiel wurde zunehmend nickeliger, Schiedsrichter Jan Korb hatte es nicht mehr im Griff. Eine doppelte Überzahl der Bremerhavener hätte schon das 3:2 bringen können, doch Silverthorn hielt gut gegen Self und Fauser und hatte dann Glück, als der Puck nach einem Schuss von Self auf der Latte tanzte.

In sechs ganz heißen Minuten zur Mitte des Spiels hätten die Pinguins komplett auf die Verliererstraße kommen können. Sie kassierten in kurzer Folge drei Strafzeiten. Doch statt ein Gegentor zu kassieren, gingen sie gar in Führung. Dejdar sicherte sich die Scheibe im gegnerischen Drittel und bediente Stanley, der mit der Rückhand zum 3:2 (32.) traf. „Das war eine der Schlüsselszenen des Spiels“, fand Leidborg.

Schwenningens Angriffe wurden immer wütender, aber nicht planvoller. Das Spiel wurde auch immer aggressiver. Die wohl größte Leistung der Pinguins an diesem Abend war es, das hektische Spiel im Schlussabschnitt zu beruhigen. Schwenningen griff an, aber die Bremerhavener fingen alles ab und setzten dann dank eines magischen Momentes von Dejdar den entscheidenden Stoß. Sekundenlang war er im gegnerischen Drittel nicht von der Scheibe zu trennen, dann legte der wendige Stürmer für Stanley auf, der mit seinem 23. Saisontor das 4:2 (50.) erzielte. Was das Duo Stanley/Dejdar gestern zeigte, war mal wieder Extraklasse. Umso schöner für Dejdar, dass er seine Leistung mit einem eigenen Tor krönte (5:2/52.). Fauser erhöhte mit dem dritten Überzahl-Tor des Abend schließlich noch auf 6:2 (56.).

Als die Pinguins kurz vor Schluss noch einmal in Unterzahl waren, wurde Sergej Janzen beim Konter gefoult und bekam einen Penalty zugesprochen, doch er scheiterte. Diese letzte Demütigung blieb den Gästen dann doch erspart.

Pinguins – Schwenningen (2:1, 1:1, 3:0) 6:2

Pinguins: Tor: Suvelo, Haloschan (nicht eingesetzt); Abwehr: Kurtz, Leinweber – Hucko, Slaton – Janke, Thomas; Angriff: Dejdar, Stanley, Kreuzer – Fauser, Self, Gosdeck – Sergej Janzen, Alexander Janzen, Litesov – Firsanov, Garten, Ohmann.

Tore: 1:0 (7:24) Leinweber (Stanley, Dejdar) bei 5/4; 1:1 (8:10) Geiger (Gaucher, Pinizzotto); 2:1 (10:55) Gosdeck (Self, Hucko) bei 5/4; 2:2 (20:40) Forster (Gaucher, Just); 3:2 (31:37) Stanley (Dejdar, Slaton) bei 4/5; 4:2 (49:34) Stanley (Dejdar, Gosdeck); 5:2 (51:06) Dejdar (Stanley, Kurtz); 6:2 (55:40) Fauser (Self, Gosdeck) bei 5/4.

Strafzeiten: Pinguins 12 Minuten – Wild Wings: 20 Minuten

Schiedsrichter: Jan Korb (Bremen) – Zuschauer: 1550

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Gemeinsam stark: Vitalij Janke hält die Gegenspieler fern, Pinguins-Torhüter Marko Suvelo hält den Puck. Foto ls
Artikel vom 16.02.11 - 06:00 Uhr
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