
Gründungsvater und Ehrenvorsitzender Heinz Morgenstern organisierte die erste Skifahrt nach Altenau im Harz: Das war 1956. Die Teilnehmer engagierten sich im Sommer als Rettungswachen bei der DLRG, Morgenstern suchte etwas Sinnvolles für den Winter und kam so aufs Skifahren. Im Haus der Jugend in der Rheinstraße wurde der Ski-Club vor genau 50 Jahren gegründet. Auf sein Altenteil bereitet sich der Verein noch lange nicht vor. „Unser Verein lebt“, betont Blank, der seit vergangenem Jahr den Vorsitz innehat. Man denke nach vorn. „Wir peilen jetzt bei der Mitgliederzahl die 800er Marke an“, sagt Kassenwart Holger Kühnel lachend.
Seinen bislang 730 Mitgliedern bietet der Club, der mit der abgebrochenen Skispitze ein markantes Vereinslogo besitzt, viel. Neben Langlauf und Ski alpin, Skigymnastik und attraktiven Skireisen, Pilates, Nordic Walking und Unihockey gibt es jetzt sogar Kinderturnen. Mittwochsnachmittags wird in der Turnhalle des Lloyd Gymnasiums getobt. „Dieses neue Angebot wird gut angenommen“, sagt die 2. Vorsitzende Marion Behrje, „es können aber gerne noch weitere Kinder kommen.“
Geselligkeit wird beim Ski-Club großgeschrieben – und die findet im Winterhalbjahr vor allem in der Skihütte statt, ein urigger Raum mit Tresen, Holz an den Wänden und viel Lichterketten unter der Decke. Er befindet sich im Vereinsheim, im Kellergeschoss des Stadthauses 3. „Hier gibt es uns schon von Anfang an“, berichtet Gründungsmitglied Erhardt Boyke.
Hier im Vereinsheim unterhält der Club auch eine Ski-Werkstatt, in der nicht nur die Ski und Schuhe stehen, die von den Mitgliedern ausgeliehen werden können. Hier befindet sich auch die nagelneue Schleifmaschine, die mit Unterstützung der Stadt angeschafft werden konnte. „Wir haben drei Ski-Techniker, die mit ihr hervorragend umgehen können“, sagt Blank. Die ersten Mitglieder, deren Ski an der neuen Maschine präpariert wurden, wären nach ihrer Rückkehr aus dem Ski-Urlaub voll des Lobes.
Schnee in Bremerhaven – so oft kommt das nicht vor. „Wenn das aber mal passiert, müssen wir spontan sein“, sagt Kühnel. So habe man im vergangenen Jahr die Ausrüstung auf einen Wagen gepackt und im Bürgerpark Skifahren für jedermann angeboten. „Das war toll“, betont der Vorstand einmütig – aber leider auch nur ein einmaliges Vergnügen.
Wenn die Schneeverhältnisse es zulassen, fährt der Club an den Wochenenden in den Harz. „Da machen wir Telefonketten, und dann geht es los“, sagt Marion Behrje. Aber das klappe jetzt auch nur noch zwei, drei Mal im Winter. Boyke erinnert sich noch an Zeiten Ende der sechziger Jahre, wo der Club im Winter an 20 bis 26 Wochenenden bei „hervorragenden Schneeverhältnissen“ mit einem Bus in den Harz fuhr.
Der Ski-Club unterhält auch einen Rennkader, denn seine Mitglieder räumten immer wieder bei Landes- und norddeutschen Meisterschaften ab. Hervorzuheben sind die Leistungen von Kea und Nele Kühnel, die sich mehrmals die Titel im Slalom und Riesenslalom holten. Kea belegte sogar Platz 100 der deutschen Rangliste im Ski alpin.
Was ein wenig eingeschlafen ist, ist Rollski. „Wenn wir da Übungsleiter hätten, würden wir das gerne wieder anbieten“, sagt Blank. 1999 hatte der Ski-Club die ersten norddeutschen Rollski-Meisterschaften ausgerichtet, ebenso die der Jahre 2002 und 2005.
Am Wochenende feiert der Verein seinen runden Geburtstag mit einer großen Party im Theater im Fischereihafen. Dass die offizielle deutsche Skifahrgemeinde beim Stichwort Bremerhaven nicht nur an Wasserski denkt, beweist der Besuch von Alfons Hörmann. Der Präsident des Deutschen Skiverbandes kommt zum Gratulieren.
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