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Boyd kickt in Gelb-Schwarz

BREMERHAVEN. Der Begeisterung stolzer Eltern für ihren kickenden Nachwuchs Grenzen zu setzen, ist eine Aufgabe, der sich Fußball-Vereine zunehmend stellen müssen. „Da müssen wir ran“, betonte Axel Zielinski, Vorsitzender des Fußballkreises Bremerhaven, bei der Tagung der Abteilungsleiter in Wremen.

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Es sei keine Seltenheit, dass Eltern sogar auf den Spielfeldern stünden, um ihre Sprößlinge anzufeuern. Was der fußballerischen Entwicklung abträglich sei, erklärte Martin Fränzel (SC Lehe-Spaden) vom spieltechnischen Ausschuss: „Das ist so ein Stress für die Kinder.“

Doch nicht nur zum Schutz der Jugendspieler müsse der Grundsatz, dass Zuschauer hinter die Bande gehören, befolgt werden. Auch die Schiedsrichter litten unter der Nähe zu aufgedrehten, sich nicht selten im Ton vergreifenden Eltern. Bei Jugendspielen werden vom Kreis in der Regel minderjährige Unparteiische angesetzt – diese verlieren schnell die Lust am Pfeifen, wenn sie bei der Spielleitung von Erwachsenen unter Druck gesetzt werden. „Wir haben dadurch vier Schiedsrichter verloren“, verdeutlichte Zielinski mit einem Beispiel aus seinem Heimatverein TuSpo Surheide, was pöbelnde Väter und Mütter anrichten können. Dabei genüge in den meisten Fällen schon der Hinweis, dem Spielfeld fernzubleiben, um für Ordnung zu sorgen. „Das müssen die Trainer sagen, dafür sind sie auch da“, forderte Zielinski.

Der Fußballkreis Bremerhaven kann zurzeit auf 92 Schiedsrichter zurückgreifen. „Das ist hart an der Grenze, um den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten“, berichtete Christian Braun. Der Schiedsrichterlehrwart wünschte sich mehr Unterstützung durch die Vereine: „Ein bisschen mehr Werbung für den Schiedsrichter-Job wäre gut.“ Ende Mai beginnt in Bremerhaven der nächste Anwärterlehrgang. Während es keine Probleme gebe, Jugendliche fürs Pfeifen zu begeistern, gebe es in anderen Altersgruppen Probleme. „Uns fehlen Leute zwischen 22 und 36 Jahren“, erklärte Markus Röhling, Vorsitzender des Kreisschiedsrichterausschusses. Da die jugendlichen Nachwuchs-Schiedsrichter dem raueren Klima im Herrenbereich noch nicht ausgesetzt werden sollen, müssen die älteren Referees häufig mehrere Spiele am Wochenende nicht leiten.

Immer mehr Vereine gehen dazu über, bereits A-Jugendliche des jüngeren Jahrgangs in ihren Herrenmannschaften einzusetzen. Dem will der spieltechnische Ausschuss in Bremerhaven einen Riegel vorschieben. „Es ist nicht sinnvoll, dass 16-Jährige bei den Herren spielen. Gönnt den Kindern noch diese zwei Jahre fußballerische Ausbildung“, appellierte der Vorsitzende Martin Fränzel an die Vereine. Anträge, A-Jugendliche des jüngeren Jahrgangs für die Herren freizugeben, werde der Ausschuss künftig ablehnen. Als der Deutsche Fußball-Bund (DFB) einst diese Möglichkeit geschaffen hat, zielte er damit auf die Situation in Flächenbundesländern – Nachwuchskicker sollten nicht darunter leiden, wenn ihr Dorfverein keine eigene A-Jugend auf die Beine stellen konnte. In Bremerhaven gibt es für die Talente dagegen genügend Möglichkeiten, auf einem ihrem Alter entsprechenden Niveau zu kicken.

Ihren Augen trauten einige Bremerhavener nicht, als sie im Oktober im Westfalenstadion Zeuge des 5:0-Heimsiegs von Meister Borussia Dortmund gegen den 1. FC Köln wurden. Auf der Bank der Gelb-Schwarzen saß nämlich ein alter Bekannter: Terrence Boyd, der in der Jugend für die Leher TS und den FC Bremerhaven aktiv war. Der Deutsch-Amerikaner, der Anfang 2009 vom FCB zu Hertha BSC gewechselt war, steht seit Sommer in Dortmund unter Vertrag. Dort spielt der 21-jährige Stürmer wie in Berlin in der zweiten Mannschaft. Aber mit besserem Erfolg: Während Boyd in 44 Regionalliga-Spielen für Hertha 15 Tore geschossen hat, gelangen ihm in dieser Saison für das Regionalliga-Team des BVB in 16 Begegnungen bereits zehn Treffer. Lohn für die Treffsicherheit des gebürtigen Bremers war im Oktober die Berufung in den Profikader durch Trainer Jürgen Klopp. (dir)

Artikel vom 07.02.12 - 18:00 Uhr
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