
Angesichts des sportlich besiegelten Abstiegs der Eisbären Bremerhavener könnte es aber vielleicht auch das Letzte sein. Aus Sicht der Bremerhavener drängt sich natürlich die Frage auf, ob es Anfang Juli ein Wildcard-Verfahren gibt oder nicht. Denn nur dann könnten die beiden sportlichen Absteiger – neben den Eisbären steht seit Sonntag mit den Giessen 46ers ein Urgestein der Bundesliga als solcher fest – auch in der kommenden Saison im deutschen Oberhaus spielen.
Mit Braumann sprach gestern Sportredakteur Oliver Riemann über das Lizenzierungsverfahren und den Verbleib der Eisbären in der deutschen Eliteliga – über das „heißeste Thema“ also.
NZ: Dr. Braumann, gab es denn im ersten Teil der Managertagung schon Diskussionsbedarf?
Braumann: Ja, wobei wir über die Lizenzierung noch nicht gesprochen haben. Heute ging es um die Fernsehpräsenz der BBL. Die hat sich ja durch das Angebot von Eurosport, insgesamt neun Playoff-Spiele im Free-TV live zu zeigen, wesentlich verbessert. Wir freuen uns, dass wir mit Hilfe unseres Vertragsanbieters sportdigital.tv diese Chance bekommen haben. Ohne übrigens dafür zu zahlen.
NZ: Das Lizenzierungsverfahren für die kommende Saison läuft auf Hochtouren. Ist die BBL mit den eingereichten Wirtschaftlichkeitsunterlagen der Klubs zufrieden?
Braumann: Es haben nur ganz wenige Vereine die Lizenz ohne Auflagen bekommen. Einige haben sie mit Auflagen erhalten, einige mit auflösenden Bedingungen. Aufsteiger Phönix Hagen hat sie bisher nicht bekommen. Wir haben den Klubs unterschiedliche Fristen gesetzt, um die Bedingungen zu erfüllen. Letzter Stichtag ist der 30. Juni, dann wird entschieden.
NZ: Welche Bedingungen sind das in der Regel?
Braumann: Die Klubs müssen unterschriebene Sponsorenverträge- und -einnahmen vorweisen. Es reicht nicht mehr die Absichtserklärung, dass ein Sponsor die Absicht hat, den Klub zu unterstützen. Mindestens 80 Prozent der Sponsorengelder müssen belegt sein. Im Falle der Eisbären müssen sie 40 Prozent der Verträge bis zum 1. Juni gezeichnet haben, die restlichen 40 Prozent bis zum 30. Juni. Einige andere Klubs müssen die Zahlen eher nachweisen.
NZ: Hat dies auch etwas mit der schwierigen wirtschaftlichen Gesamtsituation zu tun?
Braumann: Ja, natürlich. Zum einen wird es für die Klubs schwieriger, Sponsoren zu akquirieren. Wir wollen die Klubs vor Pleiten schützen, deshalb müssen sie ihre Ausgaben anpassen. Sie sollen nicht erst Spieler verpflichten, um dann später festzustellen, dass sie sie nicht bezahlen können.
NZ: Aber einige Klubs haben immer wieder Probleme…
Braumann:…aber wir haben in den vergangenen drei Jahren keinen Pleitefall gehabt, alle haben die Saison brav zu Ende gespielt.
NZ: In dieser Saison hatte Paderborn erhebliche Probleme, Köln ebenfalls, Nördlingen fehlte auch Geld. Müssen diese Klubs damit rechnen, keine Lizenz zu erhalten?
Braumann: Für sie gelten die gleichen Standards wie für die anderen Klubs auch. Wobei sowohl in Paderborn und Nördlingen schon darüber nachgedacht wird, ob es nicht ratsamer wäre, in der ProA zu spielen.
NZ: Sollten beide Klubs zu der Ansicht kommen, würde es wohl zu einem Wildcard-Verfahren kommen, oder?
Braumann: Ja, und dann hätten sowohl die Eisbären als auch Gießen die Chance, sich um die eine oder sogar die zweite Wildcard zu bewerben. Und man muss abwarten, was mit Hagen und dem Mitteldeutschen BC passiert, den beiden sportlichen Aufsteigern.
NZ: Seit geraumer Zeit gibt es aber auch Rufe, die Liga von 18 auf 16 Klubs zu verkleinern. Dann wäre das Wildcard-Verfahren wieder hinfällig. Oder besteht die BBL auf 18 Klubs?
Braumann: Es gibt unterschiedliche Auffassungen, das stimmt. Aber grundsätzlich gilt: Wenn 18 Vereine die Voraussetzungen erfüllen, werden wir auch mit 18 Klubs spielen. Wir werden das Wildcard-Verfahren konkret an jenen Klubs prüfen, die in Frage kommen. Und bringt ein Verein die BBL weiter, ist das gut. Und dann soll er auch BBL spielen.
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