Mit dem Feuerlöscher können die „NZ+Ich“-Teilnehmer jetzt umgehen. Foto: Brocks
Mit dem Feuerlöscher können die „NZ+Ich“-Teilnehmer jetzt umgehen. Foto: Brocks

Leser löschen kleinen Brand

Bremerhaven. Erst glüht es nur ganz leicht. Dann: Ein Knall. Plötzlich lodern die Flammen meterhoch. Eine Spraydose ist explodiert. Doch für die Schaulustigen besteht kein Grund zur Sorge. Das Feuer ist schnell unter Kontrolle. Zwei Mitglieder der Bremerhavener Feuerwehr hatten es auf dem Innenhof der Wache absichtlich entzündet, um 15 Lesern der NORDSEE-ZEITUNG bei einer „NZ+Ich“-Aktion Einblicke in den Alltag zu gewähren.

Sämtliche Einsätze für Feuerwehr und Rettungsdienst in der Seestadt sowie in den Landkreisen Cuxhaven und Osterholz werden seit Februar 2013 von der Feuerwehr- und Rettungsleitstelle in der Zentralen Feuerwache aus koordiniert. „Mehr als 22 800 Mal war die Feuerwehr Bremerhaven im vergangenen Jahr im Einsatz“, erklärte Stefan Zimdars, Sprecher der Bremerhavener Feuerwehr. „Rund 20 900 der gesamten Einsätze waren Fälle für den Rettungsdienst.“

Mindestens vier Disponenten gleichzeitig nehmen die Notrufe in der Leitstelle entgegen und bringen die Rettungseinsätze in Gang. Statistisch gesehen müssen die Einsatzkräfte alle 23 Minuten ausrücken, weil es irgendwo brennt oder Gefahr im Verzug ist. Und so öffneten sich wenige Minuten später, bei der Besichtigung der Fahrzeughalle, tatsächlich die Garagentore, Männer und Frauen rutschten die Gleitstangen hinunter in die Halle und sprangen in die Einsatzfahrzeuge. Das war nicht inszeniert, sondern Zufall.

„Ich wollte schon immer einmal wissen, wie in der Leitstelle gearbeitet wird“, sagte Holger Schulenburg, der selbst im medizinischen Bereich tätig ist. „Ich hätte nie geglaubt, dass die Feuerwehr so viele Einsätze hat“, sagte Egon Sahlender. Der 77-Jährige interessierte sich besonders für den historischen Fuhrpark in der Eingangshalle der Wache und die modernen Fahrzeuge. „Schon interessant, wie sich die Fahrzeuge im Laufe der Jahre so verändern“, so Sahlender.

„Ein Löschzug besteht aus 16 Einsatzkräften“, erklärte Zimdars. Diese verteilen sich auf unterschiedliche Fahrzeuge – von der Drehleiter bis zum Rettungswagen. „Vom Hebekissen bis zur Axt haben wir alles dabei.“ Selbstverständlich auch Wasser – rund 5000 Liter passen in ein Tanklöschfahrzeug. Doch genauso wichtig wie funktionierende Technik sei die gute Ausbildung der Einsatzkräfte, deren Engagement und Verlässlichkeit.

„Mein Opa war Feuerwehrmann und ich habe den gleichen Berufswunsch“, sagt Jendrik Thoden. Der 15-Jährige ist bei der Freiwilligen Feuerwehr Imsum aktiv: „Ich fand es spannend, dass wir uns alle Fahrzeuge ansehen konnten.“ Auch zu erfahren, mit welchen Geräten die Bremerhavener Feuerwehr arbeitet und wie diese funktionieren sei sehr interessant gewesen. „Ich habe heute noch einiges dazugelernt“ – auch über den Einsatz der Notärzte und die Ausstattung von Rettungswagen. Dort wurde ein Leser direkt einmal probeweise an die Überwachung angeschlossen, ein anderer durfte kurz auf einer modernen Rettungstrage Platz nehmen, die auf Knopfdruck Höhe und Position wechselt.

Die Feuerwehrleute Michael Finger und Tobias Müller verrieten den Besuchern auch ganz praktische Tipps – zum Beispiel zum Einsatz eines Feuerlöschers. Anschließend konnten die Leser einen Löscher ausprobieren und einen kleinen Brand löschen, damit sie im Notfall damit umzugehen wissen. „Ein richtiges Feuer wird man mit einem Feuerlöscher nicht löschen können“, sagte Finger. Wichtig sei es daher, schnellstmöglich den Notruf zu wählen.