„Wie war das noch mal mit der Erde, der Sonne und den Planeten?“ Hobby-Astronom Rolf Schäfer (Mitte) erklärte im Planetarium Bremerhaven die Himmelsphänomene. Foto: Scheschonka
„Wie war das noch mal mit der Erde, der Sonne und den Planeten?“ Hobby-Astronom Rolf Schäfer (Mitte) erklärte im Planetarium Bremerhaven die Himmelsphänomene. Foto: Scheschonka

Leser erblicken 4000 Sterne auf kleinstem Raum

Fischereihafen. Der Mond bereitet den Sternfreunden die meiste Arbeit: Seine Position am Himmel muss tagtäglich neu eingestellt werden. Wie das funktioniert, erklärte Hobby-Astronom Rolf Schäfer am Mittwochabend rund 30 Lesern der NORDSEE-ZEITUNG. Bei einer „NZ+Ich“-Aktion konnten sie einen Blick hinter die Kulissen des Bremerhavener Planetariums werfen.

An der Decke funkeln rund 4000 Sterne, die der Projektor in die Kuppel wirft. „Wow, wunderschön“, flüstert ein Leser in der Dunkelheit: „So viele Sterne sieht man in Bremerhaven aber nie“, sagt ein anderer. Früher, als das Gebäude des Alfred-Wegener-Instituts noch die Hochschule für Seefahrt beheimatete, diente das „Zeiss Kleinplanetarium 1“ der Ausbildung von Nautikern. Mittlerweile erhalten alle Interessierten hier faszinierende Einblicke ins Weltall.

 „Man muss nur warten können, dann sieht man im Laufe des Jahres alles, was der Himmel zu bieten hat“, sagt Schäfer. Im Planetarium geht alles ganz schnell: Der Hobby-Astronom lässt die Kugel mit den 36 Linsen, die den Sternenhimmel an die Decke projiziert, rotieren. Nach ein paar Drehungen sehen die Leser sehen den Himmel, wie er für die Neandertaler aussah. „Da war vom Polarstern wohl noch keine Rede“ – einfach, weil der wenig zentral am Himmel stand.

Rund eine Stunde vor der Vorstellung kommt Schäfer normalerweise ins Planetarium, um die Gestirne richtig zu positionieren. Die passenden Daten stehen in einem Buch. „Ich verwende inzwischen aber eine Handy-App“, sagt Schäfer. Die Position der Planeten wird aber noch immer von Hand eingestellt – mit Hilfe sogenannter Planetenröhrchen, die gedreht und verschoben werden.

„Ich war 1962 schon einmal mit der Schule hier“, erinnert sich Leser Günter Hammerich. Damals habe er viel über den Himmel gelernt: „Ich fand es prima, dass wir heute erfahren haben, wie alles eingestellt wird.“ (akb)