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Wo der Verkehr nervt

Loxstedt. „Dort hinten kann man sehen, was uns nervt.“ Rudolf von Liehn, Ortsvorsteher von Holte, steht auf der Brücke, die in der Nähe der Ortschaft über den Zubringer zum Wesertunnel führt und zeigt nach Westen. Dort ist ein Stahlbogen zu sehen. Es ist das Geländer der Brücke, die über die Lune führt.

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„Dort hinten ist das zu sehen, was uns Sorge bereitet.“ Der Ortsvorsteher von Holte, Rudolf von Liehn, zeigt auf die Brücke über die Lune. Jedes Mal wenn ein Auto darüber fährt, knallt es wegen des kleinen Höhenunterschiedes zwischen Fahrbahn und Brücke bis in seinen Ort. Foto br

„Wo die Straße aufhört und die Autobahn anfängt, ist ein Absatz. Jedes Mal wenn ein Fahrzeug darüber fährt – egal ob Lkw oder Pkw – gibt es einen Knall, den wir bis nach Holte hören. Das nervt fürchterlich“, erzählt er.

Die Holter sind nicht die Einzigen, die in der Gemeinde Loxstedt von Verkehrslärm betroffen sind. Das wurde deutlich, als der Lärmaktionsplan der Gemeinde im Planungs-, Wirtschaftsförderungs- und Tourismusausschuss vorgestellt wurde. Die Gemeinde musste ihn auf Grund gesetzlicher Vorgaben aufstellen lassen. Carsten Kurz vom Lärmkontor erklärte die für A27, Bundesstraße 437 und die Eisenbahnstrecke in Loxstedt ermittelten Zahlen.

„Wir mussten Hauptverkehrsstraßen mit einem jährlichen Kraftfahrzeugaufkommen von mehr als sechs Millionen Fahrzeugen berücksichtigen. Außerdem haben wir uns die Eisenbahnlinie angeschaut, auf der 54 385 Züge im Jahr 2009 gefahren sind. Eigentlich hätten wir das nicht gebraucht, denn vorgeschrieben ist das erst ab 60 000 Zugbewegungen“, erklärte er.

Als Wert, bei dem Lärm zu stören beginnt, hat das Landesministerium für Umwelt- und Klimaschutz Pegel von 70 Dezibel am Tage und 60 Dezibel in der Nacht für Hauptverkehrsstraßen empfohlen. Die Werte für Hauptschienenstrecken sind um jes 5 Dezibel erhöht.

Sachverständige für Umweltfragen ziehen die Grenze aber bei 65 Dezibel am Tage und 55 Dezibel in der Nacht. Von diesen Werten ausgehend, haben die Gutachter errechnet, dass zirka 2870 Einwohner (17 Prozent der Gemeindebevölkerung) von Umgebungslärm über 55 Dezibel am Tage betroffen sind. Verursacht wird die Belastung hauptsächlich durch die Eisenbahnstrecke (2770 betroffene Einwohner) und nur sehr untergeordnet durch die Hauptverkehrsstraßen A27 und B437 (100 betroffene Anwohner).

Am stärksten betroffen

Am stärksten durch den Lärm der Eisenbahn sind in Loxstedt die Straßen „Feldstraße“, „Am Mütschen“, „Neißestraße“, „Am Stellwerk“ und „Hohewurthstraße“ belastet. Aber auch an den Wohngebäuden an der Straße „Am Wedenberg“ bestehen sehr hohe Belastungen, ebenso in Düring an der „Cronemeyerstraße“, der „Goldenen Reihe“ und der „Friedrich-Wilhelmsdorfer-Straße“. Die höchsten Lärmbelastungen durch den Straßenverkehr ergeben sich laut Gutachten trotz der Lärmschutzwand an der B 437 in Holte an den Straßen „Holter Allee“ und „Zur Koppel“. Außerdem belastet sind der westliche Ortsrand von Stotel. Auch in Schwegen werden an einigen trassennahen Wohngebäuden trotz vorhandener Lärmschutzwand an der A27 ganztags Werte von über 55 Dezibel erreicht.

Anspruch auf Lärmminderungsmaßnahmen kann aufgrund der ermittelten Zahlen niemand erheben. Das machte der Gutachter deutlich. Absurd fanden seine Zuhörer ein Detail: Wenn die A 20 gebaut ist, die gleich neben der Eisenbahn liegen soll, wird der Lärm beider Verkehrswege nicht addiert, sondern strikt getrennt begutachtet. (br)

Das kann man tun

Verkehrslärm wird gesenkt, wenn das Tempo gesenkt, lärmmindernder Asphalt, Schallschutzwände oder -fenster eingebaut werden. Extra für die Eisenbahn ist möglich: Schleifen der Gleise, Einbau einer schwingungsdämpfenden Gleisart mit entsprechender Lagerung, Gleisschmierung, Lärmminderung an den Eisenbahnfahrzeugen.

Artikel vom 01.09.10 - 16:00 Uhr
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