
„Eine schnelle Internetverbindung braucht heutzutage jeder Haushalt. So etwas gehört doch zur normalen Grundversorgung“, betont die Großenhainerin Ute Hansmann, stellvertretende Landrätin. Insbesondere kleine Ortsteile wie Großenhain seien aufgrund der Einwohnerzahl von geringem wirtschaftlichen Interesse für Provider. Der erste Förderantrag wurde daher im Frühjahr diesen Jahres abgelehnt. Hansmann ist sauer: Ein Neuantrag steht erst für Oktober an. „Das Tempo der Antragstellung ist genauso langsam wie unsere Internetverbindung“, ärgert sich die Vize-Landrätin. Doch auch hier sieht die DSL-Initiative Gemeinde Lintig (DIGL) wenig Chancen. „Die Aussicht auf einen Erfolg scheint zweifelhaft“, erklärt Hansmann unter Hinweis auf die Einwohnerzahl.
Besonders die vielen Schulkinder sowie ansässige Unternehmen seien von diesem Problem stark betroffen. „Manchmal funktioniert unsere Internetverbindung gar nicht. Die Schulleistungen leiden sehr darunter, da die Hausaufgaben oftmals nur online bearbeitet werden können“, sagt der 14-jährige Maik Krüdener. „Dazu kommt, dass die Lehrer kein Verständnis für das Problem haben und sie die nicht erledigten Aufgaben zudem mit schlechten Noten bewerten“, beklagt sich eine betroffene Mutter. Auch Tierarzt Thomas Warmann ist über den derzeitigen Zustand verärgert.
Mit diesem Problem steht der Veterinär nicht alleine da. Hans-Jürgen Krüger, Leiter einer Versicherungsagentur im Ort, trägt sich mit dem Gedanken, sein Büro in einen Nachbarort zu verlegen: Eine vernünftige Arbeit sei aufgrund des fehlenden Breitbandanschlusses kaum möglich.
„Wir sind alle stinksauer. Ich habe das Gefühl, dass wir hier hinter der Zeit leben. Es ist eine große Benachteiligung für uns“, bringt Anwohner Holger Rudolf seinen Frust zum Ausdruck.
Inzwischen hat sich die Bürgerinitiative DIGL an andere Provider gewandt, um einen schnellen Internetzugang per Funkübertragung zu bekommen. Die Entscheidung sei aber noch offen.
„Unser Ziel ist es, dass die gesamte Gemeinde Lintig mit einer DSL-Verbindung versorgt wird. Vorher geben wir keine Ruhe und lassen unser Ziel nicht aus den Augen“, erklärt Ute Hansmann stellvertretend für alle Betroffenen der Gemeinde.
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