
Diedrichs zog auf der Veranstaltung „Inklusion in Schulen“ am Sonnabend in der Seeparkschule eine nüchterne Bilanz: „Wir sind von der Inklusion noch weit entfernt“. Dabei sollte der gemeinsame Unterricht die Normalität sein. In allen Schulformen müsse es möglich sein, dass nicht behinderte mit behinderten Schülern unterrichtet, gefördert und betreut werden. Auch Menschen mit Handicap, egal welchem, seien schulpflichtig und bildungsfähig, betonte der Arzt, der sich weit über seinen Beruf hinaus für Menschen mit körperlichen Behinderungen einsetzt.
Dabei ist Inklusion längst Pflicht. Die UN-Konvention für Menschen mit Behinderungen regelt deren Rechte. Ende 2008 trat sie in Deutschland in Kraft. Was ist seitdem geschehen? Und wie sieht die Situation an den Langener Schulen aus? Diese Fragen wurden von den Referenten der gut besuchten Veranstaltung erörtert.
In seinem Grußwort mahnte Bürgermeister Thorsten Krüger an die Verantwortung aller, dafür Sorge zu tragen, dass Menschen mit Behinderungen nicht ausgegrenzt werden. Barrieren müssen im Kopf jedes Einzelnen abgebaut werden, so sein Appell.
Hans-Joachim Näht, Landesbeauftragter der Heilpädagogen Niedersachsen und Bremen, erläuterte die vertraglich geregelten Bestimmungen für behinderte Menschen, wie Barrierefreiheit, freie Wahl der Wohnform, Beschäftigungs- und Beschulungsmöglichkeiten. Annette Faße, Vorsitzende von Fred, dem Förderverein zur Realisierung und Förderung des Debstedter Konzeptes, gab einen Überblick über die Tätigkeiten des Vereins. Durch weitere Spenden soll in Kürze der Außenbereich des Therapie- und Begegnungszentrums Mobilium gestaltet werden und Möbel für den Aufenthaltsraum beschafft werden. Eine Spende der Firma Koenen Reha-Technik, in Höhe von 2125,28 Euro, gesammelt durch die Startgelder beim 5. Koenen-Benefizlauf, wird für diesen Zweck verwendet.
„Kleine Schritte führen irgendwann zum großen Ganzen“, meinte Petra Berg, Leiterin der Seeparkschule, und rief dazu auf, die Schulen zu öffnen. Thomas D. Kroll, Leiter der Förderschule am Wiesendamm in Bad Bederkesa mit Schwerpunkt geistige Entwicklung, vertrat die These: „Eine Schule ohne behinderte Schüler ist keine gute Schule.“. An seiner Schule gelte das Motto: „Wir sind anders, du auch“. (pru)
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