„Eislaufen auf unserem See gehört einfach zum Winter dazu“, sagt Karina Gloger. Die 23-Jährige Flögelnerin ist Stammgast auf der 180 Hektar großen Eisfläche im Norden des Cuxlandes. Zurzeit verzichtet die Hochschwangere zwar auf die Kufen unter den Füßen, aber auch in Turnschuhen lässt sich der Spaziergang über den See genießen. Ihre kleine Schwester Fiona Stella ist dafür mit Feuereifer dabei und lässt sich den Spaß auch von dem ein oder anderen Sturz nicht nehmen. „Ich laufe schon Schlittschuh, seit ich vier bin. Wir warten immer, bis mein Opa die ersten Runden auf dem Eis gedreht hat, dann dürfen wir auch darauf laufen“, erzählt die Siebenjährige.
Dass der Flögelner See offiziell nicht freigegeben ist, stört die Eisläufer dabei nicht. „Der See wurde in den vergangenen Jahren nie freigegeben, aber sobald es lange genug kalt war und die Mitte des Sees zugefroren ist, gibt es für uns kein Halten mehr“, so Karina Gloger. Besonders am vergangenen Wochenende sei die Eisfläche voll gewesen, fügt sie hinzu.
Obwohl die Flögelner ihren See kennen und ihn in beinahe jedem Winter als Eisbahn benutzen, warnt die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) vor dem Betreten von Eisflächen, die nicht freigeben sind. „Um Menschen sicher tragen zu können, muss das Eis mindestens 15 Zentimeter dick sein“, erklärt Dirk Pape von der DLRG. Fehlt diese Freigabe, könne die Eisdicke nur geschätzt werden. In Flögeln soll sie derzeit etwa acht Zentimeter betragen.
Wer das Risiko auf dem zugefrorenen See scheut, aber dennoch nicht auf das Eislaufen unter freiem Himmel verzichten möchte, kann dies zum Beispiel in Debstedt versuchen. Am vergangenen Wochenende drehten rund 25 Schlittschuhläufer ihre Runden auf der Wiese in der Bördestraße im Gewerbegebiet Debstedt. Diese war von der Freiwilligen Feuerwehr im Auftrag der Stadt Langen geflutet worden.
Die Idee, Brunnenwasser dafür zu nutzen, das ohnehin abgepumpt werden muss, hatte das Rathaus-Team um Bürgermeister Thorsten Krüger (SPD) bereits im vergangenen Jahr. So entstand eine rund 1000 Quadratmeter große Eisfläche. „Wir sind noch in der Testphase“, so Krüger, „denn das vier Grad warme Brunnenwasser weichte den Boden teilweise auf. Dadurch versickerte ein Teil und die Feuerwehr musste am Freitag noch einmal nachwässern.“ Am Sonnabend trug das brüchige Eis noch nicht, die Wintersportler mussten bis Sonntag ausharren, bis die Fläche durchgefroren war.
Eigene Schlittschuhe waren übrigens auf beiden Eisflächen Pflicht und wer bis jetzt noch ohne Kufen unter den Füßen unterwegs ist, hat schlechte Karten. „Im ganzen Cuxland sind die Schlittschuhe ausverkauft“, sagt Bianca Sterz vom Sportfachgeschäft „Sportkanzler“ in Langen. „In der vergangenen Woche gingen die weg wie warme Semmeln.“ Und auch die Lieferanten leiden unter Engpässen. Nachlieferungen seien deshalb erst mal nicht zu erwarten. (krs, gbs)
Eltern sollten ihre Kinder darauf hinweisen, wenn das Eis noch nicht tragfähig ist.
Vermeiden Sie einsame Ausflüge auf dem Eis.
Betreten Sie keine Eisflächen in der Nähe von Wassereinläufen und Fließgewässern.
Wenn Sie einen Eiseinbruch beobachten, sollten Sie unverzüglich unter der Nummer 112 einen Notruf absetzen.
Bei der Rettung von im Eis eingebrochenen Personen sollten Sie sich selbst nicht unnötig in Gefahr begeben.
Bei der Rettung möglichst eine Leiter, Rettungsring, Jacken oder Hosengürtel benutzen.
Im Eis eingebrochene Personen sollen sich wenig bewegen, solange sie sich im Wasser an der Eis-Abbruchkante befinden.
Gerettete Personen in Wolldecken oder Jacken einhüllen wegen der Gefahr der Unterkühlung.
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