
4461 Stunden an 88 Tagen mit 34 Wachgängern waren die ehrenamtlichen Rettungsschwimmer im vergangenen Jahr am Strand von Dorum-Neufeld im Einsatz. In der Haupturlaubszeit sind die Retter im Dauereinsatz. Mit zehn bis zwölf ehrenamtlichen Wachgängern werden von 9 Uhr bis 20 Uhr Strandbereich und Watt überwacht. An „normalen“ Sommertagen sind nur sechs DLRG-Mitglieder dafür nötig.
Alle DLRG-Mitglieder haben eine umfassende Ausbildung, sind ehrenamtlich im Einsatz und verbringen zum Teil ihren Urlaub in der DLRG-Wachstation. Im Halbstundentakt patrouillieren zwei Wachgänger im Strandbereich zwischen den Sonnenhungrigen. Immer ein „Frischling“ und ein „alter Hase“ bilden ein Team. Mit dabei: Funkgerät, Erste-Hilfe-Tasche, Wasserflasche.
Schnittverletzungen an Zehen und Fersen durch Muschelschalen seien häufig,so Fabian Strauß als technischer Einsatzleiter jetzt bei der Hauptversammlung des Dorumer Ortsvereins. 2011 wurden die Wachleute zu 38 Erste-Hilfe-Leistungen, sechs technischen Hilfen und sieben Einsätzen für Wassersportler gerufen. So mussten zwei Kitesurfer mit Materialschaden aus dem Wasser geholt werden. Ein Kind wurde weit draußen im Watt gesucht.
Immer wieder sorgt aber auch der „Klassiker“ für Aufregung. Kleinere Kinder entfernen sich häufig unbemerkt im Wasser von ihrer Mutter, um mit Gleichaltrigen am Wattrand zu spielen. Aufregung pur – nicht nur für die Eltern. Wenn ein Kind im Wasser oder Watt verloren geht, bedeutet das für die DLRG-Wachleute automatisch höchste Alarmstufe. Alle Kräfte beteiligen sich an der Suche, die Feuerwehren in Land Wursten werden alarmiert. Oft können die Mütter vor lauter Sorge nicht einmal die Badehose des Kindes genau beschreiben, haben die Retter beobachtet. Wenn sich dann das vermisste Kind wohlbehalten wieder anfindet, ist die Erleichterung fast greifbar in der kleinen Wachstation.
Schnelle Reaktion wird von den Lebensrettern auch bei herannahenden Unwettern gefordert. So muss bei Starkregenschauern und Windböen sofort das Watt geräumt werden. Egal ob Ebbe oder Flut: Die meisten Badegäste können nicht abschätzen, dass man bei starkem Regen die Wattkante aus 200 Metern Entfernung nicht mehr erkennen kann. (ul)
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