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Mit Herzblut fürs Dorf aktiv

Wittstedt. „Ich bin ein echter Wittstedter“, sagt Walter Rönner, der zwar in Düring geboren ist, dessen Herz aber für Wittstedt schlägt. Seit Jahrzehnten setzt er sich ehrenamtlich ein, damit alle Einwohner sich wohlfühlen können. Durch die Verbundenheit mit „seinem“ Dorf hat er nur wenig Freizeit, doch das stört den 65-Jährigen überhaupt nicht. „Ich bin mir für keine Arbeit zu schade“, betont er.

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Nicht nur der gute Zustand des Sportplatzes liegt ihm am Herzen: Walter Rönner fühlt sich für viele Belange in Wittstedt verantwortlich. Foto kkö

Ein besonderes Anliegen ist Rönner der Sportverein SV Wittstedt 66, dessen Gründungsmitglied er ist. „Das Grundstück für Sportplatz und Sportlerheim habe ich meinem Vater abgeschwatzt. Es gehörte zum elterlichen Hof“, erinnert er sich schmunzelnd. Nach der Gründung im Jahr 1966 wurde Rönner Kassenführer, anschließend Fußballfachwart, war viele Jahre zweiter Vorsitzender und ist seit 15 Jahren erster Vorsitzender des etwa 180 Mitglieder starken Vereins. „Für den Sportverein gehe ich durch dick und dünn“, erklärt er. Zum 25. Geburtstag des Vereins hatte er Uwe Seeler auf den heimischen Sportplatz geholt, davon sprechen die Einwohner heute noch. „Das war ein Riesenfest mit 800 Leuten“, schwärmt der Wittstedter.

Mindestens ebenso engagiert ist er im Bürgerverein, den er mit gegründet hat, und dessen erster Vorsitzender er ist. Gemeinsam mit einigen Mitgliedern kümmert er sich um den guten Zustand des Dorfgemeinschaftshauses. Seine Augen leuchten vor Stolz, wenn er von den vielen Veranstaltungen erzählt, die dort für Wittstedter und Auswärtige stattfinden. Ein Highlight ist das Bayernfest, das jedes Jahr etwa 650 Besucher anlockt. Rönner ist Erfinder und Organisator des Festes, bei dem mehr als 400 Schweinshaxen über den Tresen gehen.

Das Dorfgemeinschaftshaus hat eine lange Geschichte und war in früheren Zeiten das Tagelöhnerhaus seines elterlichen Hofs. Im Januar findet dort ein Kochkursus für Männer statt, zu dem sich der agile Rentner selbst angemeldet hat.

Nach seiner Ausbildung zum Landwirt bildete Rönner Rekruten am Bundeswehrstandort Stade aus. „Ich war ein strenger Ausbilder“, meint Rönner, „aber ich bin fair und nicht nachtragend.“ Seine klare, laute Stimme hat sich während seiner eigenen Bundeswehr-Ausbildung entwickelt. Später arbeitete er im Baugewerbe und hatte einen schweren Arbeitsunfall: Eine Windhose riss das Baugerüst um, auf dem er mit Arbeiten an der Bremerhavener Doppelschleuse beschäftigt war. Er stürzte aus 17 Metern Höhe auf den Boden und erlitt drei Brüche der Wirbelsäule und sieben Brüche am Fuß. Jetzt arbeitet er als Fahrer im Fischereihafen, seit der Pensionierung nur noch in geringem Umfang.

Mit seiner Lebensgefährtin zog Rönner fünf Mädchen groß. „Meine Familie ist meine Stütze“, ist er dankbar für den guten Zusammenhalt auch nach dem Tod seiner Partnerin.

Seit über 50 Jahren ist er Mitglied im benachbarten Sportverein Hollen, seit über 40 Jahren in den Schützenvereinen Bramstedt und Wittstedt. Im heimatlichen Schützenverein war er lange Zeit zweiter Vorsitzender und ist derzeit Kinderwart für die 6- bis 12-Jährigen. Er gehört in Bramstedt dem Sportverein, dem Heimatverein, der Freiwilligen Feuerwehr und dem Sozialverband an. Außerdem ist er bei den Kyffhäusern Bramstedt der zweite Vorsitzende. In der Freiwilligen Feuerwehr Wittstedt ist er seit seinem 16. Lebensjahr aktiv, als beratendes Mitglied ist er im Feuerwehrausschuss des Samtgemeinderates tätig. In jedem seiner Vereine ist er zur Stelle, wenn Hilfe benötigt wird. Er schätzt Zuverlässigkeit und hält seine Zusagen immer ein.

Apfelbaum für die Neubürger

Rönner sorgt dafür, dass sich Neubürger in Wittstedt schnell einleben. „Ich gehe auf jeden zu“, nennt er eine seiner Eigenschaften. Seine Idee, jeden Neubürger mit einem Apfelbaum zu begrüßen, hat sich zur festen Einrichtung etabliert. Alle Vereine beteiligen sich an der Aktion und stellen sich den „Neuen“ vor.

Wenn in Wittstedt Erntefest ist, sammelt Rönner vorher Spenden bei Unternehmern. Er stellt jährlich den Maibaum mit auf und mäht unentgeltlich den Rasen am Sportplatz, Friedhof und am Dorfgemeinschaftshaus. Er hält die Verkehrsinsel, das Denkmal auf dem Friedhof und manche Gehwege sauber. Mit Helfern hat er die Friedhofswege gepflastert und er kümmert sich um Gräber, die sonst verwahrlosen würden. Die öffentlichen Bänke und Tische säubert und streicht er jährlich. „Ich fühle mich für die Hege und Pflege des Dorfes verantwortlich“, sagt er. (kkö)

Artikel vom 03.01.11 - 16:00 Uhr
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