„Die Tiere befriedigen grundlegende emotionale Bedürfnisse, wie das Gefühl von Nähe, Zuwendung und Angenommensein“, weiß die Ergotherapeutin Kathleen Fietz-Sebaaoui zu berichten.
Erste solche Erfahrungen mit therapiebegleitenden Tieren wurden schon in den Sechzigern in den USA gesammelt. Seit den 80er Jahren gewann die Arbeit mit Tieren als Co-Therapeuten in Gesundheitsberufen auch in Europa an Bedeutung. Inzwischen gibt es gesicherte Erkenntnisse, dass der Umgang mit Tieren unter anderem Depressionen lindern, den Blutdruck senken, beruhigen und Spannungen lösen kann.
Durch den Umgang mit den Tieren werden auch Wahrnehmungssinne wie Fühlen, Riechen, Sehen und Hören geschult. Der Einsatz von Max und Moritz in der basalen Stimulation bei bettlägerigen Patienten wie auch bei Demenzerkrankungen oder depressiven Phasen zeige bereits erste Erfolge, macht Fietz-Sebaaoui deutlich. „Oft lassen sich therapiemüde Patienten durch das neue Medium ‚Tier‘ wieder auf Therapieinhalte ein“, berichtet die gebürtige Leipzigerin.
„Die Tiere wirken beruhigend und entspannend, vor allem bei Menschen, die sehr unter Druck oder hohen Erwartungen stehen oder hektisch und nervös sind.“ In der Einzeltherapie lenkten die Tiere die Patienten von ihren Schmerzen ab und motivierten sie zur Bewegung. „Auch Bewohner, zu denen man sonst als Therapeut schwer Zugang findet, erreicht man dadurch oft auf emotionaler Ebene“, berichtet Fietz-Sebaaoui von ersten Erfolgen.
Damit ihre Arbeit als Co-Therapeuten keinen Stress bei den Kaninchen auslöst, werden ihre Einsätze auf höchstens zwei- bis dreimal in der Woche zu je 90 Minuten begrenzt. Die Einzeltherapie dauert je nach Erfordernis 15 bis 20 Minuten je Patient.
Die beiden Mini-Bewohner haben sich inzwischen gut eingelebt. Ihr Käfig steht auf der Ergo-Terrasse, wo sie jederzeit besucht werden können. Viele Bewohner helfen gerne bei der Pflege. Das Füttern, Bürsten und Streicheln gehört zur Therapie. So sorgen die beiden auch für soziale Kontakte der Patienten untereinander.
„Nachdem meine Vorgängerin in den verdienten Ruhestand gegangen ist, hat die Einrichtungsleitung mir die Möglichkeit gegeben, meine Vorstellungen von ergebnisorientierter Patientenbehandlung umzusetzen. Viele sehen die Tiere und fangen an zu lachen und fühlen sich wohl“, beschreibt die Therapeutin die positive Resonanz auf ihre Arbeit. Patienten ebenso wie die Kaninchen Max und Moritz dürfen sich also auf noch viele Streicheleinheiten freuen. (ca)
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