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Krippen-Bau könnte klappen


Kreis Cuxhaven. Wenn alles nach Plan läuft, steht im August 2013 für jedes dritte Kleinkind im Cuxland ein Betreuungsplatz bereit. Dafür müssen in den nächsten zwölf Monaten weitere 308 Krippenplätze geschaffen werden. Die Pläne dafür sind fertig, die Anträge gestellt, jetzt muss nur noch Hannover seine Fördermittel freigeben. 8,2 Millionen Euro wollen die Kommunen investieren, 2,1 Millionen, so hoffen sie, steuert das Land bei. Von Inga Hansen


Damit dürfte das ländlich geprägte Cuxland vergleichsweise gut dastehen. Im Jugendhilfeausschuss zeigten sich die Kreispolitiker am Donnerstag parteiübergreifend zufrieden – vorausgesetzt, das Land öffnet nun auch, wie versprochen, sein Portemonnaie. Es gab nur eine kurze Debatte über die Rolle des Landes, das sich bis vor kurzem aus der Finanzierung des Kita-Kraftaktes weitgehend herausgehalten und im Wesentlichen Bundesmittel weitergereicht hat. Leo Mahler und Daniela Behrens kritisierten das. Das Land sei in der Pflicht, unterstrichen die beiden SPD-Politiker. „Selbst wenn die Fördermittel fließen, finanziert das Land nur ein Viertel der Kosten. Die Hauptlast tragen die Kommunen“, klagten sie. Die CDU-Vertreter Richard Schütt und Lasse Weritz hingegen waren zufrieden: „Wir sind hier im Kreis sehr weit gekommen.“

Das ist tatsächlich so. Während es vor sechs Jahren, als die damalige Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) bei der Krippenbetreuung zur Aufholjagd geblasen und ein milliardenschweres Förderprogramm aufgelegt hat, kaum Betreuungsplätze für Unter-Dreijährige im Cuxland gab, sind es inzwischen 1045. Genau 869 Kinder werden in Krippen oder in altersgemischten Kindergarten-Gruppen betreut, 176 von Tagesmüttern. Damit liegt die Quote bei 24 Prozent.

Dass es so gut aussieht, hat auch damit zu tun, dass die Zahl der Kinder im Kita-Alter rasant geschrumpft ist: 2003 waren es 7500; 2015, so die Prognose, werden es nur noch rund 5200 sein. Der Kinderschwund machte es möglich, dass die Kommunen die Kleinen in den leerer gewordenen, herkömmlichen Kindergarten-Gruppen aufnehmen konnten. Trotzdem sieht es in den Gemeinden im Cuxland mit den Krippenplätzen noch sehr unterschiedlich aus, wie Reinhard Krause, Sozialplaner des Kreises, im Ausschuss betonte. Während es in der Börde Lamstedt noch nicht einmal für jedes zehnte Kleinkind einen Betreuungsplatz gibt (8,5 Prozent), stehen Beverstedt und Land Wursten mit einer Quote von 32,8 beziehungsweise 31,6 Prozent am besten da.

Die Zahlen in den einzelnen Gemeinden:

Bederkesa: In der Gemeinde liegt die Betreuungsquote bei 27,3 Prozent. Das Besondere: In Bederkesa gibt es bisher nur eine Krippe, eine weitere soll gebaut werden. Man setzt bisher auf Tagespflege: Die Hälfte der 73 Kinder, die einen Platz haben, werden von Tagesmüttern betreut.

Beverstedt: In der Gemeinde hat schon jetzt jedes dritte Kleinkind einen Betreuungsplatz (eine Quote von 32,8 Prozent), ein Drittel der Kinder wird von Tagesmüttern betreut. Eine weitere Krippe ist in Beverstedt geplant.

Hagen: In Hagen werden derzeit 23 Prozent der Unter-Dreijährigen betreut, 20 der insgesamt 65 Kinder von Tagesmüttern. Die Samtgemeinde im Südkreis hat noch Nachholbedarf: Zwei weitere Krippen sollen in Hagen und Uthlede gebaut werden, in Wersabe eine Großtagespflege.

Land Wursten: An der Wurster Küste sind alle 68 Kleinkinder, die betreut werden, in altersgemischten Kita-Gruppen oder den beiden Krippen in Dorum und Midlum untergebracht. Die Quote liegt bei 31,6 Prozent. In Wremen soll noch eine Krippe gebaut werden.

Langen: In Langen liegt die Betreuungsquote bei 23,3 Prozent, 16 der 88 betreuten Kleinkinder werden von Tagesmüttern betreut.

Loxstedt: In Loxstedt liegt die Quote bei 21,6 Prozent, fast alle Kinder sind in der Krippe oder in altersgemischten Kita-Gruppen.

Nordholz: Nordholz bildet mit einer Quote von derzeit von 20,5 Prozent das Schlusslicht im Altkreis Wesermünde. Aber in Spieka ist eine Krippe geplant.

Schiffdorf: In Schiffdorf liegt die Quote bei 22,7 Prozent, die 71 Kinder werden fast alle in Krippen oder Kitas betreut. In Spaden ist darüber hinaus eine weitere Krippe geplant.


Artikel vom 29.06.12 - 16:00 Uhr
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