
Die 53-Jährige, vor drei Wochen als Nachfolgerin von Parteifreund Erich Glandorf ins Amt gehoben, ist nicht allein an diesem kühlen Vormittag. Die Erzieherinnen Christa Richter und Hannelore Knispel haben mehr als zehn Kinder dabei und ein paar Eltern. Die Eheleute Renate und Karl-Ludwig Brinkmann sind mit von der ortsverschönernden Partie; sie haben die rund 500 Osterglocken gespendet.
„Wir haben zu Hause einen großen Garten, den mein Mann Karl-Heinz und ich gern pflegen“, sagt Albohm, seit 14 Jahren in Ringstedt verwurzelt. Ob ihr im neuen Amt viel Zeit bleiben wird, dem Hobby im Grünen nachzugehen, kann sie nicht abschätzen. Sicher ist: „Die Arbeit als Bürgermeisterin geht vor.“ Aber das ist von vornherein klar gewesen.
Karin Albohm ist kein Polit-Neuling: seit 10 Jahren Mitglied der CDU, seit 5 Jahren im Samtgemeinderat Bederkesa, seit jeweils 8 Jahren Vorsitzende der Frauen-Union im Kreis und auf Ortsebene sowie im September erneut direkt in den Kreistag gewählt, hat sich die Frau mit dem freundlichen Lächeln genau überlegt, was sie will: Bürgermeisterin sein. „Ich verbinde damit eine Mischung aus harter Arbeit, Überzeugungskraft, Freude, dem Willen, nicht aufzugeben und das immer wiederkehrende Bestreben, die Menschen zu erreichen.“
Dabei will sie „die Interessen der Landwirtschaft berücksichtigen, das Ehrenamt fördern, die Gewerbetreibenden stärken, den Naturschutz fördern und Ringstedt kinderfreundlich gestalten“. Die Kinder, immer wieder die Kinder. „Sie sind unsere Zukunft“, betont Albohm. Die Mutter einer erwachsenen Tochter, die sie durch die Geburt eines Jungen im Juli zur Oma gemacht hat, sieht in ihrem Tun auch die Notwendigkeit, auf den demografischen Wandel zu reagieren. „Wir müssen die Betreuungssituation verbessern, damit Mütter berufstätig sein können, gleichzeitig müssen wir älteren Menschen Lebensqualität bieten“, sagt die Bürgermeisterin. Gut ausgestattete Kindergärten, ein intaktes Dorfleben und Möglichkeiten der Begegnung seien unverzichtbar. Dabei will Karin Albohm „in enger Abstimmung mit dem Ringstedter Rat“ arbeiten und sich am finanziell Machbaren orientieren. Derzeit sei sie dabei, die Ordner ihres Vorgängers durchzuackern, um ihre Prioritätenliste zu vervollständigen. Zumindest heute wird daraus nichts. Joy und Niklas wollen weitere Zwiebeln pflanzen. Karin Albohm muss ihnen Nachschub in die Eimer füllen. Das macht sie gern. „Was wären wie ohne Kinder?“, fragt die Bürgermeisterin und lächelt.
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