
Gut zwei Jahre ist es her, als Tourismusplaner aus Berlin und Hannover den Nordholzern ihre Ideen für die beiden Erholungsgebiete in Cappel-Neufeld und Spieka-Neufeld präsentierten. Jetzt hat die Verwaltung das 30-seitige Konzept wieder aus der Schublade geholt. Ziel ist es, Teile der auf insgesamt 1,6 Millionen Euro geschätzten Vorschläge in Spieka-Neufeld zu realisieren.
Einig sind sich Rat und Verwaltung, dass das Krabbensiebgebäude aufgewertet und für Informationen rund um die Krabbenfischerei genutzt werden soll. Umstritten ist allerdings, ob das Haus eine zusätzliche Öffnung auf der Nordseite verträgt. „Dann pfeift der Wind durch alle Ecken, und drinnen gibt es keine freie Wand mehr für Infotafeln“, prophezeite ein Ausschuss-Mitglied. Aus Sicht des Ausschuss-Vorsitzenden Joachim Dreher (CDU) ist die geschätzte Investitionssumme von 70 000 Euro für das rund 20 Quadratmeter große Gebäude „viel zu hoch angesetzt“.
Anklang fand auch der Vorschlag, einen Weg für Spaziergänger und Fahrradfahrer zu schaffen, der vom Parkplatz bis zum Hafen führt. Auf geteiltes Echo stieß dagegen die Idee, die Flaniermeile direkt am Priel bis zum Badesteg zu verlängern. Jürgen Schmolke (SPD) befürwortet den gepflasterten Weg am Wasser, weil er auch Rollstuhlfahrern den Zugang ermögliche.
Friedrich-Wilhelm Müller-Meinhard (CDU) hielt dagegen: „Eine Promenade direkt am Grünstrand ist so überflüssig wie ein Kropf.“ Wer den Grünstrand in Spieka-Neufeld den Cuxhavener oder Wurster Stränden vorziehe, der möge die naturnahe Anlage und wolle nicht von Spaziergängern beim Sonnenbad beobachtet werden.
An Fördermitteln für die Modernisierungspläne fehlt es nicht: 350 000 Euro aus dem Europäischen Fischereifonds, 200 000 Euro aus dem LEADER-Programm und 150 000 Euro aus dem Strukturhilfeprogramm des Landes darf Nordholz für Tourismusprojekte in Anspruch nehmen. Geld, dass sich die Kommune keinesfalls entgehen lassen sollte, appellierte Bürgermeister Bernhard Jährling (SPD) an die Mitglieder des Tourismusausschusses.
Grund für den ungewohnten finanziellen Spielraum ist die für 2014 anstehende Fusion mit der Samtgemeinde Land Wursten. Dank der vom Land zugesicherten Entschuldungshilfe entfällt das Problem der Gegenfinanzierung, das Nordholz in der Vergangenheit immer wieder ausgebremst hat.
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