
So wirkt er mit im Vorstand der Aktion Deutsche Sprache mit Sitz in Hannover, arbeitet ehrenamtlich als Regionalvertreter im Verein Deutsche Sprache mit Sitz in Dortmund und zählt zu den Gründungs- und Vorstandsmitgliedern der Neuen Fruchtbringenden Gesellschaft. Sie wurde 2007 gegründet und steht in der sprachpflegerischen Tradition der historischen Fruchtbringenden Gesellschaft des 17. Jahrhunderts. Der Verein schreibt in jedem Jahr den Schülerwettbewerb zur Förderung der deutschen Sprache aus.
Wolfgang Hildebrandt hat nichts gegen den Gebrauch der englischen Sprache. Dem ehemaligen Lehrer für Englisch und Technisches Werken an der Raabeschule in Bremerhaven gehen die Vokabeln auch mit 67 Jahren noch fließend über die Lippen. Und auch die Musikwelt mit ihren vielen englischen Fachausdrücken ist dem Lehnstedter nicht fremd. „Ich habe ja früher selbst lange Zeit in einer Band gespielt und englische Titel nachgesungen und -gespielt.“ Was den ehemaligen Pädagogen aber aufregt, sind der unreflektierte Umgang mit englischen Ausdrücken und die „Eindeutschung“ von Wörtern, die es so gar nicht gibt.
„Wenn wir einem Engländer fragen, ob er uns mal sein Handy leihen kann, guckt der uns nur verständnislos an. Denn das Mobiltelefon heißt in England mobile“, sagt Hildebrandt. Und er zählt weiter auf: „Warum sagen wir Flyer zu Flug- oder Faltblättern? Als Oldtimer bezeichnen wir in Deutschland alte Autos, in England werden so ewig Gestrige, also unbelehrbare Menschen bezeichnet.“ Dass Umhängetaschen zu Body Bags werden, obwohl so in den USA die Leichensäcke bezeichnet werden, mache deutlich, dass das „Denglisch“ in Deutschland auch leicht ins Geschmacklose abdriften könne.
Doch Wolfgang Hildebrandt liest und hört nicht nur, was sprachlich alles falsch läuft – er macht auch Verbesserungsvorschläge. So nutzt er Sprachverstöße seit Jahren zum Schreiben von Glossen für das Zevener Sonntags-Journal. 120 dieser amüsanten und lehrreichen Sprach-Lektionen sind nun als Hildebrandts zweites Buch erschienen. Titel: „Mal ganz ehrlich: Denglischst du noch oder sprechen Sie schon?“ Die „Gedanken eines Anglizismenmuffels über Überflüssiges im Überfluss“ sind für sechs Euro bei Hildebrandt in Wulsbüttel-Lehnstedt, Am Steingrab 20 a, 04746/931429, zu erhalten.
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