
Es ist der zweite Tag seit Umstellung des Fahrplans. Nachdem der Firma Junghans die Konzession zur Schülerbeförderung entzogen worden ist, haben acht Unternehmen im Verbund der Kommunalen Verkehrsgesellschaft (KVG) den Transport übernommen. Viele Eltern sind unglücklich über das neue Angebot und über die Änderungen im Fahrplan. „Als die 529 am Montag anrauschte, fuhr sie sogar an der Grundschule vorbei“, ärgert sich Bianca Gerhards-Keschke. Dabei hätten die Kinder allesamt auf dem Schulhof in Drangstedt gewartet. Früher sei ein Sonderfahrzeug der Firma Junghans eigens auf den Schulhof gefahren, um die Kleinen abzuholen.
An diesem Morgen haben sich auch Jörg Lindhorst von der beauftragten Firma Giese Bus aus Beverstedt und Andreas Weber aus dem Referat Schulen und Sport des Landkreises vor Ort eingefunden. Kurz darauf stößt Ortsbürgermeister Peter Pommer hinzu. Sie alle wollen live erleben, was die Eltern umtreibt.
Der Busfahrer der Linie 529 ist informiert. Diesmal fährt er auf den Vorplatz der Grundschule. Diesmal sind die Autos der Eltern so geparkt, dass das Manöver gelingt. Es ist Platz, auch wenn es eng wird für Alexander, Dominik und die anderen Erstklässler. Doch an diesem Morgen finden sie einen Sitzplatz.
„Wir suchen das Gespräch, um die Dinge zu optimieren“, versichert Weber. „Wir arbeiten mit allen Kräften daran, die Schüler sicher zu befördern“, betont Lindhorst. So werde er in den Dienstplänen der Busfahrer vermerken, dass sie mit der Lehrerin vor Ort darauf achten, dass alle Erstklässler aussteigen. „Die Dinge müssen sich einspielen.“ Auch Peter Pommer appelliert an die Bereitschaft aller, „sich an einer Lösung zu beteiligen“. In dem Zusammenhang macht der Ortsbürgermeister klar, dass 15 Meter zu beiden Seiten einer Haltestelle nicht geparkt werden darf. „Da ist Disziplin der Eltern gefragt.“ Darüberhinaus werde er bei einer Fahrt im Bus bei den größeren Schülern dafür werben, die Kleineren im vorderen Bereich Platz nehmen zu lassen, „damit die schneller aussteigen können“.
Wenig Eltern in Drangstedt zeigen sich beruhigt beim Ortstermin. Cindy Heins, Mutter der sechsjährigen Janica zum Beispiel, ist eigens mit dem Auto nach Elmlohe gefahren, um sich davon zu überzeugen, dass ihre Tochter sicher angekommen ist. „Wir wünschen uns, dass wieder ein Sonderbus eingesetzt wird, um die Kleinen aus Drangstedt zu befördern“, sagt sie. Ein entsprechender Brief an die Landkreis-Verwaltung ist schon in Arbeit.
Die große Familienserie der NORDSEE-ZEITUNG widmet sich seit dem 2. März 2012 dem Thema „Familienfreundlichkeit“ im Landkreis Cuxhaven. Für jeden Ort und jede Gemeinde erscheinen zur Veröffentlichung aktuelle Luftbilder. Diese Luftbilder können Sie nun auf hochwertigem Fotopapier in unseren Kunden-Centern bestellen. Hier erfahren Sie mehr.

Individuelle Nachrichtenauswahl - immer aktuell
Wir unterstützen Sie dabei gezielt diejenigen Nachrichten, die für Ihren Internetauftritt interessant sind, ohne viel Aufwand zu integrieren. Dafür haben wir ein Modul entwickelt, das Sie ganz leicht mit wenigen Klicks selbst an Ihre Anforderungen anpassen können.