Eingeladen hatte der SPD-Ortsverein Schiffdorf. Deutlich wurde, dass die Asse zwar nicht unmittelbar vor Cuxlands Haustür liegt, aber auch die Zukunft des Atommeilers in Kleinensiel nicht ohne den Skandal beurteilt werden kann. Denn noch ist die Frage nicht beantwortet, wo der Atommüll eines Tages sicher deponiert werden kann.
Emmerich-Kopatsch berichtete, wie sie sich durch die Akten von 1964 bis 1978 arbeitete und über die Hemdsärmeligkeit staunte, mit der entschieden wurde über die Lagerung radioaktiven Materials, das über Millionen Jahre strahlt. Sie beschrieb, wie die Fässer erst gestapelt und zum Schluss nur noch in die Tiefe gerollt wurden.
„Wichtig war, den Atommüll loszuwerden“, meint Emmerich-Kopatsch, nachdem sie über die diffuse Bedeutung der Bezeichnung „Versuchsendlager“ philosophiert hatte. Sie betonte, dass das Problem der Endlagerung von Atommüll weltweit ungelöst sei. Daniela Behrens zieht mit der Genossin in Sachen Atompolitik an einem Strang. Beide setzen sich dafür ein, dass zum Beispiel die Wirkung des Tritiums, eines der Abfallprodukte, wissenschaftlich erforscht werden muss.
Behrens betonte, dass angesichts der ungelösten Endlager-Problematik an eine Verlängerung der Laufzeiten für AKW nicht zu denken sei. Gleichwohl müsse eine Möglichkeit der Endlagerung gefunden werden, weil derzeit schon 140 000 Kubikmeter radioaktiver Müll an den Kraftwerken lagere. Behrens forderte, auch Bergwerke in Süddeutschland als Endlager in Betracht zu ziehen. (fix)
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