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Debatte über Sonnenstrom

Schiffdorf. Wo könnten in der Gemeinde Schiffdorf freistehende Photovoltaikanlagen gebaut werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Bau- und Planungsausschuss. Mögliche Standorte sowie einen Kriterienkatalog zur Beurteilung solcher Anlagen hatte die Gemeindeverwaltung erarbeitet.

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Die roten Pfeile weisen auf den geplanten Standort einer Photovoltaikanlage bei Wehdel hin. Für deren Bau gab der Bau- und Planungsausschuss der Gemeinde Schiffdorf nun grünes Licht. Foto br

Diesem Katalog hatte der Ausschuss für Umwelt und Landwirtschaft im Januar nach langer Diskussion zugestimmt. Freiflächen-Photovoltaikanlagen können demnach in einem Abstand von 110 Metern an Autobahnen oder Schienenwegen gebaut werden.

Das hielt die Mitglieder des Bau- und Planungsausschusses nicht davon ab, erneut in eine langwierige Diskussion einzusteigen und dabei oft wortreich und exakt die gleichen Dinge nachzufragen oder anzumerken, wie die Kollegen im Ausschuss für Umwelt und Landwirtschaft. Dabei wurde deutlich, dass man sich fraktionsintern scheinbar nicht mit dem Thema befasst hatte und deshalb alles noch einmal nachfragen musste. Neu war am Ende lediglich, dass der Abstand zwischen einzelnen Freiflächen-Photovoltaikanlagen gleich welcher Größe höchstens zwei Kilometer betragen muss, Abstände zu Windenergieanlagen wurden nicht festgelegt. Bei drei Gegenstimmen und einer Enthaltung stimmte der Ausschuss zu.

Auslöser für die Debatte war der Antrag eines Investors im vergangenen Jahr, eine solche Anlage in Wehdel zu bauen. Der Antrag kam auch wieder auf den Tisch. Nachdem Bürgermeister Klaus Wirth (parteilos) erklärt hatte, dass er in die Vorgaben des Kriterienkataloges passe, und der Wehdeler Ortsbürgermeister Otto Döscher (Grüne) noch einmal darauf hingewiesen hatte, dass der Ortsrat die Planung einhellig gebilligt habe, tat das auch der Fachausschuss.

Lange diskutiert wurde auch, ob die Gemeinde Schiffdorf ein digitales Kataster für ihre 92 Kilometer Schmutzwasserkanal mit 2361 Schächten und 52 Pumpwerken benötigt. Bürgermeister Wirth erklärte, dass so ein Kataster wichtig sei, um den Zustand des Kanals kennenzulernen und auf Schäden schnell reagieren zu können.

Die Kosten würden etwa 280 000 Euro betragen. Das war einigen Ausschussmitgliedern zu teuer. Günther Sancken (SPD) schlug vor, die Maßnahme über mehrere Jahre zu strecken. Kurios mutete der Vorschlag von Peter Bahr (Grüne) an. „Ich bin gegen ein Kataster. Wenn es irgendwo mal ein Leck gibt, haben wir doch nichts anderes als das lange praktizierte Prinzip Sickergrube, meinte er.

Verantwortlich für den Kanal

Das mochte der Bürgermeister gar nicht hören. „Wenn wir einen kaputten Kanal nicht reparieren, machen wir uns strafbar. Es führt kein Weg daran vorbei: Wir sind für den Zustand unserer Kanalisation verantwortlich“, stellte er klar.

Schließlich war es 22 Uhr und laut Geschäftsordnung die Sitzung zu Ende. Deshalb machte der Verwaltungschef den Kompromissvorschlag, 100 000 Euro im nächsten Etat bereit zu stellen. „Damit können wir erst einmal anfangen“, bat er. Bei einer Gegenstimme stimmte der Bau- und Planungsausschuss zu. (br)


Artikel vom 11.02.12 - 12:00 Uhr
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