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„Dat maakt eenfach Spaaß“


Bad Bederkesa. Malte Battefeld ist kein traditioneller Rapper. Doch er rappt über elektronische Beats in traditioneller Sprache: in Plattdeutsch. „Dat maakt eenfach Spaaß“, sagt der 25-Jährige. Daher hat er sich gemeinsam mit anderen Niederdeutschkennern auf dem plattdeutschen „Markt der Möglichkeiten“ gegen ein Aussterben der Sprache gestemmt. Von Daniel Wehner


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Mit Handpuppe und Mikro gegen das Aussterben der niederdeutschen Sprache: Heidrun Schlieker und Plattdeutsch-Rapper Malte Battefeld geben Anreize für den Deutschunterricht. Foto dw

Etwa 200 Gäste haben gestern nach Veranstalterangaben die Messe für den Erhalt der niederdeutschen Sprache besucht. Die Veranstaltung bot mit neun Informationsständen und fünf Kursen verschiedenen Möglichkeiten, sich mit der traditionellen Sprache auseinanderzusetzen.

ZU Platt verpflichtet

Zum Ziel der Messe, die vor allem für Lehrer gedacht war, sagte Manfred Kück, Regierungsschuldirektor und Mitinitiator: „Der Deutschunterricht in Niedersachsen schreibt verpflichtend vor, dass Schüler die niederdeutsche Sprache kennengelernt haben müssen. Die Angebote hier zeigen Varianten der Begegnung damit auf.“

Eine solche Variante präsentierte Battefeld. Der gebürtige Bremer von der Band Fofftig-Penns gab in seinem Kursus eine Einführung in den „Plattdüütschen Hip Hop“ und sorgte für Ideen für „Plattdüütsch in de School.“ Auf die Frage, was diese Sprache für ihn besonders mache, antwortete er: „Wenn ich sie spreche, fühle ich mich zu Hause.“ Doch er weiß: „Die Sprache ist vom Aussterben bedroht.“ Damit das nicht passiert, unterrichtet Hans-Hinrich Kahrs, Fachberater für Niederdeutsch und Klassenlehrer an einem Gymnasium in Hemmoor, 30 Fünftklässler ausschließlich in den Fächern Sport, Geschichte und Erdkunde in Plattdeutsch. Das freiwillige Pilotprojekt gilt seit August. Und Kahrs betonte: „Es ist mit Sicherheit auch ein Modell für andere Schulen.“ Denn schon nach sechs Wochen hätten die Schüler alles verstanden.

Ein Projekt, das auch Mitinitiator Kück ein wenig Hoffnung vermittelt. Denn: „Minderheitensprachen werden europaweit gepflegt. Warum nicht auch bei uns?“ Im Kreis Cuxhaven sprechen derzeit etwa 20 Prozent der Menschen Plattdeutsch. Kück ergänzte: „Tendenz steigend.“

Auf einen Blick

Der „Markt der Möglichkeiten“ ist Teil eines viertägigen Seminars für Lehrer. Finanziert wird das Projekt vom Kultusministerium des Landes. Die Kosten belaufen sich auf rund 20 000 Euro.

Artikel vom 12.12.09 - 06:00 Uhr
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