
„Das können doch nur die sehen, die ich geaddet (hinzugefügt) habe“, dieses Argument hört Polizeikommissarin Iris Hobbensiefken immer, wenn sie auf die Gefahren im Internet-Chat hinweist. „Nein, das ist nicht so“, erklärt sie den Langener Gymnasiasten. Was einmal im Netz steht, kann sich schnell verbreiten – und bleibt im Netz. „Was ist, wenn deine Freunde deine Bilder an ihre Freunde weiter verschicken und diese wieder an deren und diese auch? Ihr habt keine eigene Kontrolle mehr darüber“, versucht die Präventionsbeauftragte der Polizei aufzuklären.
Jeder der Schüler ist stolz, viele Kontakte zu haben. Doch wer steckt hinter den Profilen und den Nicknames? Bei der Präventionsarbeit zeigt Iris Hobbensiefken den Schülern Filme, die erschreckend real aufzeigen, wie unwissend und naiv Kinder im Umgang mit privaten Daten sind. Sexuelle Belästigung über Kontakte ist keine Ausnahmeerscheinung. Das Bundeskriminalamt zeigt anhand einer Studie, dass über 20 000 Pädophile sich täglich in Kinder-/Jugendchatrooms aufhalten. Eindringlich warnt Hobbensiefken, eigenartige und unbekannte Kontakte zu ignorieren und gegebenenfalls dem Administrator (Betreuer des Computernetzwerkes) zu melden. Wichtig ist es, bei wiederholten Kontaktversuchen die Eltern zu informieren, die mit der Polizei Kontakt aufnehmen sollten.
„Unsere Präventionsmaßnahme soll in den Klassen fünf bis sieben ansetzen. In dem Alter stellen die Schülerer erstmalig Profile ins Netz. Dort bleibt etwas hängen, von dem ich erzähle. Ich will mit Filmen veranschaulichen, was passieren kann“, sagt Hobbensiefken. Sie vermittelt vier Kernbotschaften: „Das Internet vergisst nichts“, „Ihr habt keine uneingeschränkte Kontrolle über die eigenen Daten“, „Virtuelles ist real“ und „Es gibt keine privaten Schutzräume im Internet“.
Aus Opfern können schnell Täter werden. Im zweiten Teil zeigt sie, dass gratis nicht gleich legal heißt. CD-Brennen, Musik herunterladen – klar, machen alle. Aber: Nicht alles, was möglich ist, ist erlaubt. Wer sich mit rechtlichen Grundlagen nicht auskennt oder informiert, geht gefährliche (Haftungs-)Risiken ein. Die einfache Bedienbarkeit von Online-Technologien kann tückisch sein. Soll heißen: Der Absende-Button muss nicht ganz unten auf der Seite sein, da kann immer noch etwas kommen ...
Weiterführende Informationen stehen auch auf folgenden Internetseiten zum Nachschlagen:
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