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Arzt-Streit: Lösung in Sicht

Kreis Cuxhaven. Weil im Cuxland immer öfter die Ärzte im Bereitschaftsdienst abends und nachts nicht ans Telefon gehen oder Patienten auffordern, gleich die Notrufnummer 112 zu wählen, haben die Notärzte allein in den vergangenen acht Wochen 100 Einsätze mehr gehabt. Im Kreis-Sozialausschuss wurde gestern heftig Kritik geübt – und eine Lösung vorgeschlagen.

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Im Land Bremen gibt es keine Hinweise auf Bestechnungsversuche von Kliniken, dass Ärzte ihre Patienten bei ihnen einweisen. Foto: dpa

„Wenn die Ärzte mit dem Bereitschaftsdienst überfordert sind, sollte man sie entlasten“, meinte Dr. Klaus-Gerrit Gerdts, ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im Landkreis Cuxhaven. Sein Vorschlag: In der Einsatzleitstelle wird abends, nachts und an den Wochenenden eine ärztliche Fachkraft auf 400-Euro-Basis platziert – getrennt von den Arbeitsplätzen der Leitstellen-Mitarbeiter. Diese Fachkraft nimmt die Anrufe über eine zentrale Bereitschaftsdienstnummer entgegen, hilft mit Rat und Informationen weiter und meldet bei Anzeichen einer ernsthaften Erkrankung dies sofort weiter an die Kollegen in der Einsatzleitstelle. „Warum sollten wir im Cuxland nicht als Erste diese Idee ausprobieren?“, fragte Gerdts in die Runde. Sein Vorschlag stieß auf große Zustimmung – auch bei Dr. Hans-Joachim Raydt, Leiter der Bezirksstelle Stade der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen. „Solch ein Call-Center gibt es schon in Niedersachsen. Die Idee ist gut, die sollten wir weiter verfolgen.“

Raydt war zuvor heftig in die Kritik geraten, weil die Kassenärztliche Vereinigung nach Ansicht verschiedener Kommunalpolitiker zu wenig unternommen habe, um die mangelhafte Ausübung der Bereitschaftsdienste mancher Ärzte zu unterbinden. „Mich haben mehrere Bürger angesprochen, die negative Erlebnisse mit Ärzten am Abend hatten, und ich selbst habe auch drei Stunden lang vergeblich versucht, den Arzt in Bereitschaft abends zu erreichen“, berichtete Ausschussmitglied Frank Berghorn (CDU) aus Holßel. „Als ich dann bei der Kassenärztlichen Vereinigung angerufen habe, um auf das Problem aufmerksam zu machen, ist mir eine solche Arroganz entgegen gebracht worden, wie ich sie noch nicht erlebt habe.“

Dass dringend etwas unternommen werden muss, machte Rettungsdienst-Leiter Gerdts deutlich. Er präsentierte Zahlen: „Allein im Januar 2010 hatten wir 14 Prozent mehr Notdiensteinsätze als im Januar 2009.“ Wenn die Menschen den Arzt im Bereitschaftsdienst nicht erreichten, würden sie eben die 112 wählen. Gerdts: „Aber es ist doch ein Unding, dass hier im Kreis Rettungsdienst-Ressourcen benutzt werden, um den Bereitschaftsdienst zu erledigen.“ (us)

Artikel vom 10.03.10 - 12:00 Uhr
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