Was sich nach einem extremen Ernstfall anhört, ist eine Übung der Hochschule für öffentliche Verwaltung. 27 angehende Polizisten proben zum ersten Mal eine derartige Aktion an der Columbuskaje. „Sie sollen lernen, wie sie bei einer Durchsuchung vorgehen müssen“, erläutert die Studiengruppenleiterin Nadine Newe aus Bremerhaven.
Vorgehen müssen die Frauen und Männer vor allem gemeinsam; als menschliche Kette. Schulter an Schulter, Schritt für Schritt. „Sie sollen dabei auf einer Höhe bleiben, damit sie einander unterstützen können“, betont Nadine Newe. Und so arbeitet sich der Wall weiter vor – ob über Gepäckbänder steigend oder unter Absperrungen hindurch duckend, die Linie hält. Dann ein Kommando von Gruppenführer Christoph Sauer (23): „Kette, halt!“ Die Studenten bleiben stehen. Drei von ihnen eilen in die Herren-Toilette. Sauer ruft: „Herr Meier-Langhagen, hier ist die Polizei. Kommen Sie raus, oder wir finden Sie.“ Doch Herr Meier-Langhagen (fiktiver Name der Zielperson) ist nicht dort. „Kette, marsch“, die Suche geht weiter. Sauer wiederholt: „Kommen Sie raus.“ Nichts, seine Stimme hallt durch das Terminal – keine Reaktion. Dann wird es hektisch. Am Check-in-Schalter hat Annkathrin Tienken (21) einen Mann unter einem Pult entdeckt: „Kommen Sie mit den Händen nach vorne hervor“, fordert sie ihn auf. Nadine Newe flüstert: „Raus aus der Ecke, an einen sicheren Ort.“ Im Foyer nehmen Annkathrin Tienken und ein Kollege den Mann schließlich fest. Auch der überall verteilte Sprengstoff findet sich schnell. „Das war sehr gut“, beurteilt Nadine Newe die Leistung der Studenten, die einst für das Land Bremen arbeiten werden.
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