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Marineturm wird jetzt abgerissen


Weddewarden. Wohnen im Turm, direkt hinterm Deich mit Panoramablick auf die Außenweser: Dieser Traum ist ausgeträumt. Seit der Architekt Günther Wilms seine Pläne aufgab, den Marinesignalturm in Weddewarden für sich auszubauen, steht das Gebäude leer. Jetzt schickt der Hafenbetreiber Bremenports den Abrissbagger. Von Rainer Donsbach


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Der markante Turm gehört zu 20 Immobilien, die das Hansestadt Bremische Hafenamt (HBH), der Bremenports-Vorgänger, vor etwa zehn Jahren gekauft hat. Die Häuser liegen in Nähe zum Containerterminal und sind von den Beeinträchtigungen, die von der immer weiter Richtung Norden gewachsenen Stromkaje ausgehen, direkt betroffen.

Gedanklich haben die Planer schon einmal über allen die Abrissbirne geschwungen, doch dagegen hatte sich die Bürgergemeinschaft gewehrt. Nun sollen sie wieder an privat verkauft werden. Nur der Turm eben nicht. „Er ist in einem schlechten baulichen Zustand“, sagt Bremenports-Sprecher Rüdiger Staats. Der Kern sei aus Beton, die Backsteinfassade nur davor gesetzt. Weil beides „gegeneinander arbeitet“, klaffen Risse in der Fassade, Teile drohen herunterzufallen. „Für Passanten stellt das eine Gefahr dar“, so Staats. „Deswegen haben wir uns wohl oder übel für Abbruch entschieden.“ Die Kosten dafür lägen bei 50 000 Euro.

Der Marinesignalturm stammt aus dem Jahr 1939 und war Teil des Flakgürtels, der Bremerhaven umgab. Zwei der acht Geschosse sind 1981 nachträglich aufgesetzt worden. Der inzwischen verstorbene Architekt Günther Wilms, dem der Turm seinerzeit gehörte, wollte das Gebäude eigentlich für sich selbst zu Wohnzwecken ausbauen. Er ließ Zeichnungen anfertigen und hatte sogar schon die Baugenehmigung eingeholt.

Für den Industrie-Archäologen Dr. Dirk Peters ist der Turm eines der letzten Relikte der Marinegeschichte und „eigentlich denkmalwürdig“. „Schade, dass die Bausubstanz so heruntergekommen ist, dass er wohl nicht mehr zu retten ist.“

Auch die Bürgergemeinschaft Weddewarden bedauert den Abriss. „Wir haben aber Verständnis dafür, dass Bremenports die Verantwortung dafür trägt, wenn tatsächlich etwas passieren sollte“, sagt deren Sprecher Ulf Jacobsen. Nun müsse man den Blick in die Zukunft richten. Dort fällt er direkt auf die dem Turm benachbarte Busse-Villa.

Blick auf Busse-Villa

Auch dieses repräsentative, von einem großen Garten umgebene und seit vielen Jahren unbewohnte Gebäude gehört den Hafenbetreibern und soll verkauft werden. Der äußerliche Eindruck sei zwar ziemlich desolat, meint Jacobsen, doch das Gebäude habe eine gute Substanz und sei unbedingt erhaltenswert. Die Weddewarder können sich auch eine touristische Nutzung dafür vorstellen.

Wie die Häuser jetzt wieder in private Hände zurückgeführt werden können, soll nach Auskunft des Bremenports-Sprechers nach Ostern konkretisiert werden. Die Vermarktungschancen für die Busse-Villa, so Staats, würden sich mit dem Abriss des Signalturms auf jeden Fall verbessern.


Artikel vom 13.03.10 - 16:00 Uhr
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